Acht Tote nach Höhlenausflug in Thailand:
Sechs europäische Touristen verunglückt
- 17-Jährige Britin überlebte als Einzige das Unglück
- Parkleitung warnte vor Besuch in der Monsunsaison
In Thailand sind bei einem Höhlenausflug im Kho Sok-Nationalpark sechs Touristen und zwei Einheimische von einer Sturzflut überrascht worden und ertrunken. Unter den Toten waren nach Angaben der Parkleitung ein zehnjähriger deutscher Bub, eine Familie aus der Schweiz und ein Brite. Eine junge Frau wurde 20 Stunden nach dem Unglück lebend gerettet.
Nach Angaben des stellvertretenden Parkdirektors Thirayudh Mungpaisan ist es gefährlich, während der Monsunzeit in die Höhle zu fahren. Schilder warnten davor. Die Regenzeit dauert bis Ende Oktober. Bei heftigen Regenfällen war der Wasserstand in der Höhle in kürzester Zeit rasant angestiegen.
Unglück 180 km nördlich von Phuket
Das Unglück ereignete sich rund 180 Kilometer nördlich von Phuket. Die Gruppe, die offenbar in den schwimmenden Bungalows in dem Nationalpark Urlaub gemacht hatte, war mit einem Boot in die Nam Talu-Höhle gefahren, als der schwere Monsunregen einsetzte. Es habe drei Stunden ohne Unterlass geschüttet, sagte Thirayudh.
Die junge Frau, die das Unglück überlebte, hatte wie durch ein Wunder eine Luftkammer im oberen Höhlenbereich gefunden. "Das Wasser muss sie bis an die Höhlendecke gespült haben", sagte Thirayudh. "Wir fanden sie dort oben und konnten sie zunächst nicht herunterholen." Wahrscheinlich handle es sich um eine Britin.
Zehnjähriger deutscher Bub unter den Opfern
Der Zehnjährige aus Zwickau war mit seiner Mutter in dem Nationalpark. Die Touristen wohnten offenbar in schwimmenden Bungalows unweit der Höhle. Er habe unbedingt an dem Ausflug teilnehmen wollen, hieß es. Seine Mutter habe schließlich eingewilligt, weil die Schweizer Familie versprach, auf den Buben aufzupassen. "Sie dachte, dass sei ungefährlich, weil genügend Erwachsene an Bord waren", sagte ein Polizeisprecher. Die Mutter wollte von Phuket aus nach Deutschland zurückfliegen.
Bei den Schweizern handelt es sich offenbar um eine Familie mit zwei Teenagern. Die Parkleitung war zunächst davon ausgegangen, dass es sich um eine deutsche Gruppe handelte, weil die Teilnehmer deutsch sprachen, sagte der Vizedirektor.
Der Nationalpark umfasst das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet in Südthailand und liegt in der regenreichsten Region des Landes. Die Höhle ist eine der Haupttouristenattraktionen des Parks. Darin sind ungewöhnliche Felsformationen zu sehen. Sie ist berühmt, weil dort tausende Fledermäuse leben.
(apa/red)
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