Wohnhaus eingestürzt: Mindestens acht Todesopfer bei Gasexplosion in der Ukraine
- 20 Verletzte: Gas explodierte in Etagenwohnung
- Präsident Juschtschenko fordert rasche Aufklärung

Bei einer gewaltigen Gasexplosion sind in einem ukrainischen Wohnhochhaus mindestens 13 Menschen in den Trümmern ihrer zerstörten Wohnungen ums Leben gekommen. Akute Einsturzgefahr behinderte die Suche nach etwa 20 vermissten Bewohnern, teilte der Zivilschutz in der Industriestadt Dnjepropetrowsk nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax mit. In Krankenhäusern wurden etwa zwei Dutzend Verletzte behandelt, darunter sechs Kinder. Die genaue Ursache für die Katastrophe in dem Plattenbau blieb zunächst unklar.
Die ukrainische Regierung bestätigte den Tod von zehn Bewohnern des zehnstöckigen Hauses. Aus den Krankenhäusern der Stadt wurde dagegen die höhere Opferzahl berichtet. Es hieß, es wären mindestens 13 Menschen gestorben.
Die Wucht der Explosion ließ den betroffenen Teil des Gebäudes am Samstag wie ein
Kartenhaus einstürzen. Am Stiegenaufgang fielen die Wohnungen mitsamt der Gebäudefassade in sich zusammen. Die Explosion war derart stark, dass weitere neun Wohnhäuser in nächster Umgebung beschädigt wurden.
Der Energieversorger in der Stadt 400 Kilometer südöstlich von Kiew teilte mit, vor der Explosion sei ein deutlich erhöhter Druck im Gasnetz festgestellt worden. Die aus Dnjepropetrowsk stammende Oppositionsführerin Julia Timoschenko warf der Regierung vor, durch die Privatisierung der kommunalen Energieversorgung sei die Wartung der Anlagen vernachlässigt worden.
Bisher gelang es den Rettungskräften, etwa 500 Tonnen Gebäudetrümmer beiseite zu räumen. Es blieb unklar, ob sich die vermissten Personen zum Zeitpunkt der Explosion in dem Haus aufhielten. Zivilschutzminister Nestor Schufritsch dementierte Medienberichte, wonach Verschüttete über Mobiltelefon auf sich aufmerksam gemacht hätten. Sonntagfrüh fanden die Helfer einen Toten in einer zerstörten Wohnung der dritten Etage.
Der ukrainische Regierungschef Viktor Janukowitsch besuchte noch am Samstag den
Unfallort. Die Regierung stellte fünf Millionen Griwna (750.000 Euro Euro) als Soforthilfe für die Opfer der Gasexplosion zur Verfügung.
(apa/red)
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