Freitag, 12. Oktober 2007

Papst hofft auf eine Versöhnung Koreas:
Aussprache gegen Atomwaffen & Gentechnik

  • Statement bei Antritt des neuen Vatikan-Botschafters

Papst Benedikt XVI. hat sich für eine ehrliche und dauerhafte Aussöhnung auf der koreanischen Halbinsel ausgesprochen. Der Heilige Stuhl unterstütze jede Initiative, die auf ein Ende der Feindschaften abzielt, sagte er beim Antrittsbesuch des neuen koreanischen Vatikan-Botschafters Francis Ji-Young Kim, wie Kathpress meldet. Ohne die nordkoreanische Atomrüstung beim Namen zu nennen, äußerte der Papst die Hoffnung auf ein "Ende von Waffenentwicklungsprogrammen mit erschreckender und unaussprechlicher Zerstörungskraft" durch internationale Verhandlungen.

Die internationale Gemeinschaft teile mit den Menschen Koreas die hohen Erwartungen auf den Frieden in der ganzen Region", sagte der Papst. Der Vatikan unterstütze die Bemühungen um einen fruchtbaren und offenen Dialog. Gleichzeitig müsse man die "Schmerzen derer heilen, die unter den Wunden der Spaltung und des Misstrauens leiden".

Der Papst würdigte in seiner Ansprache an Botschafter Kim die wissenschaftlichen Fortschritte Koreas, insbesondere im Bereich der Biotechnik - soweit sie darauf abzielten, Krankheiten zu heilen und die Lebensqualität zu verbessern. Mit solchen Entdeckungen sei jedoch stets die Anfrage an das Verantwortungsbewusstsein der Forscher verbunden, unterstrich Benedikt XVI.: "Der Gebrauch, den die Gesellschaft von der biomedizinischer Forschung macht, muss stets an sicheren ethischen Standards bemessen werden." Dabei stehe die Würde des menschlichen Lebens an erster Stelle.

"Unter keinen Unständen" dürfe menschliches Leben manipuliert oder als pures Experimentiermaterial behandelt werden, mahnte der Papst. Ausdrücklich wandte er sich gegen die Zerstörung menschlicher Embryonen, sei es zur Gewinnung von Stammzellen oder zu anderen Zwecken. Dagegen ermutige die Kirche durchaus zur Forschung mit adulten Stammzellen.

Benedikt XVI. äußerte die Hoffnung, "dass Korea auf Grund der seinen Menschen eigenen moralischen Sensibilität", die mit dem Nein zum Klonen bewiesen wurde, auch die internationale Gemeinschaft zur Beachtung ethischer Normen bei wissenschaftlicher Forschung und deren Verwertung anhalte werde. Der Papst verwies damit auf den Skandal um den südkoreanischen Forscher Hwang Woo Suk aus dem Jahr 2005. Der Wissenschaftler hatte behauptet, Menschen geklont und aus ihnen embryonale Stammzellen gewonnen zu haben, und ließ sich in den Medien als "Wunderheiler" feiern. Die Ergebnisse stellten sich nachträglich als Fälschungen heraus. (apa/red)

12.10.2007 10:49