Kalabrien-Mafia mit Atomhandel verstrickt?
Ermittlungen gegen Personen aufgenommen
- Verdächtigt: Atommüll nach Somalia und Irak
Die Anti-Mafia-Behörden der süditalienischen Stadt Potenza haben Ermittlungen gegen zehn Personen, darunter zwei mutmasslichen Mitglieder der 'Ndrangheta, der Mafia Kalabriens, wegen Handels mit Atommaterial in die Wege geleitet. Die Ermittlungen wurden auf Grund der Aussagen eines abtrünnigen Mafioso in die Wege geleitet worden. Dieser hatte berichtet, dass radioaktiver Müll in der Nähe der süditalienischen Stadt Matera begraben worden sei.
Das Atommaterial soll außerdem zum Teil nach Somalia gebracht und zum Teil ins Meer versenkt worden sein. Sogar in den Irak soll in den vergangenen Jahren der Atommüll entsorgt worden sein. Damit soll die 'Ndrangheta Geschäfte in Millionenhöhe gemacht haben, berichteten italienische Medien. Laut dem abtrünnigen Mafioso sollen fast alle einflussreichsten Clans der 'Ndrangheta in das florierende Geschäft mit Atommüll verwickelt sein.
In den Sog der Ermittlungen sind auch acht Forscher des Atomforschungsinstituts Enea mit Sitz in der süditalienischen Stadt Matera geraten. Sie werden beschuldigt, Kontakte zur 'Ndrangheta gepflegt haben und sie mit der Entsorgung von gefährlichem Material aus der Atomforschung beauftragt zu haben. Zu den Verdächtigen zählt auch der Ex-Enea-Direktor, Tommaso Candelieri. In den wissenschaftlichen Labors des Instituts soll auch Plutonium produziert worden sein.
Laut den Aussagen des abtrünnigen Mafioso soll die 'Ndrangheta auch Atommüll aus Frankreich, Deutschland, der Schweiz und den USA entsorgt haben. Ein in Südafrika lebender Mafia-Boss, Vito Roberto Palazzolo, habe sich um die Schiffverfrachtung des Atommülls nach Somalia gekümmert. (apa)
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