'Fall Arigona' heizt Fremdenrechts-Debatte an: Jurist Mayer spricht von 'Fernhalterecht'
- Starker Rückgang bei humanitären Aufenthaltstiteln
- Haider und Evangelische Kirche luden Arigona ein
·Chronologie: Der Fall der Familie Zogaj
Von der illegalen Einreise bis zum Platter-Entscheid
·GRAFIK: Zahlen der Fälle des Bleiberechts
Alle humanitären Aufenthaltsgenemigungen
·"Verzweiflungstaten" sind keine Seltenheit
Asylwerber und ihre drastischen Hilferufe
·Fall Zogaj: BMI verteidigt Vorgehen
Familie nach Kriegsende im Kosovo eingereist
·Fall Arigona: Platter zeigt weiterhin Härte
Minister lässt sich von Mädchen 'nicht erpressen'
·Ganz Frankenburg kämpft für Arigona
NEWS: Lokalaugenschein vom Abschiebedrama
·Videobotschaft von Arigona aufgetaucht
15-jähriges Mädchen hält sich weiter versteckt
·"profil": Trendwende bei Abschiebungen
Klare Mehrheit spricht sich für Bleiberecht aus
·Verfassungsrechtler gegen Abschiebungen
Diese sind "weitgehend menschenrechtswidrig"
Die Fälle von humanitärem Bleiberecht seien in den letzten Jahren rapide zurückgegangen, kritisierte der Verfassungsjurist Heinz Mayer in der Fernseh-Diskussion "im Zentrum". Das Fremdenrecht bezeichnete er als "Fernhalterecht", was "keine Visitenkarte für ein europäisches Land" sei. Die Zahl der humanitären Aufenthaltsgenehmigungen ist von 1.575 im Jahr 2003 auf 206 im Vorjahr zurückgegangen.
Der Grüne Parlamentsklub hat diese Zahlen aus den offiziellen Statistiken zum Asyl- und Fremdenwesen des Innenministeriums herausgerechnet. 2004 gab es noch 1.327 humanitäre Aufenthaltstiteln, 2005 nur noch 732. Im heurigen Jahr wurden nach Angaben von Innenminister Günther Platter in 827 Fällen ein humanitärer Aufenthaltstitel gewährt. Der Grüne Klub kommt in seinen Berechnungen nur auf 215. Das Innenministerium dürfte auch Verlängerungen bestehender humanitärer Bewilligungen als "neu im betreffenden Jahr" ausweisen, was das Bild jedoch verfälsche, hieß es bei den Grünen.
Haider: "Arigona kann nach Kärnten kommen"
In der ORF-Diskussion "im Zentrum" bot übrigens Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (B) der untergetauchten Arigona an, als Gast nach Kärnten zu kommen. In dieser Zeit könne ihr Vater im Kosovo einen Antrag auf Zuwanderung stellen. Der designierte evangelische Bischof Michael Bünker erklärte in der Diskussion, "wenn Arigona das möchte, können wir ihr einen Ort anbieten, an dem sie Schutz und Begleitung finden kann". Mit dem Diakoniezentrum Spattstraße in Linz stehe, so Bünker, ein kompetentes Betreuungsteam bereit.
Ein Bleiberecht für alle 4.000 gut integrierten Asylwerber, wie das Bünker gefordert hatte, lehnte Haider ab.
(APA/red)
Norbert Wicki14:21
Der Buwog-MythosDer Schweizer Vermögensberater hatte neben Grasser weitere Kontakte in Österreich
Wikileaks14:25
Rückschlag für AssangeGericht fällt Entscheidung: Internet-Aktivist darf nach Schweden überstellt werden
U-Ausschuss Korruption14:59
Eklat um Tetron-AktenInnenministerium vergaß auf Übermittlung. Befragungen bis auf Weiteres beendet
