Bomben-Alarm vor US-Botschaft in Wien: Mutmaßlicher Komplize aus U-Haft entlassen
- Mutmaßlicher Haupttäter bleibt weiterhin in U-Haft
- Wollte mit Sprengstoff in US-Botschaft eindringen
Mit einer Haftverlängerung und einer Entlassung hat die Haftprüfung nach dem Bomben-Alarm bei der Wiener US-Botschaft geendet. Der Hauptverdächtige Asim C. muss weiterhin im Gefängnis bleiben, er hatte versucht, am 1. Oktober mit einem Sprengstoff-Rucksack in die diplomatische Vertretung zu gelangen. Sein mutmaßlicher Komplize Mehmed D. wurde enthaftet, sagte Gerhard Jarosch, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der 42-jährige Asim C. hatte ihn schwer belastet und als Auftraggeber bezeichnet.
Beide in Bosnien geborene Männer leben in Tulln und wurden kurz nach dem Vorfall festgenommen. Gegen Mehmed D. gebe es nur eine belastende Aussage, und zwar die des zweiten Verdächtigen, so Jarosch. Hinzu kämen einige entlastende Indizien. Der 34-Jährige wurde "gegen Gelöbnis und gelindere Mittel" entlassen, sagte Alexandra Mathes, Sprecherin des Straflandesgerichts Wien, der APA. Er dürfe das Land demnach nicht verlassen, sich verborgen halten oder das laufende Verfahren vereiteln.
Gegen Asim C. bestehe weiterhin der Verdacht der "Vorbereitung einer Straftat mit Sprengmitteln", erklärte Jarosch. Zusätzlich sei Wiederholungsgefahr gegeben. Die Erhebungen sind nach wie vor im Gange, das Verfahren ist daher - für beide Verdächtige - noch nicht abgeschlossen. Der nächste Haftprüfungstermin findet in einem Monat statt.
Psychiatrisches Gutachten steht aus
Die Ermittlungen beschäftigen sich nach wie vor mit der Frage, ob der Rucksack mit zwei Handgranaten, Zündmittel und Sprengstoff überhaupt explodieren hätte können. Auch das gerichtspsychiatrische Gutachten über den Geisteszustand von Asim C. liegt noch nicht vor. Nach seiner Inhaftierung wurde der 42-Jährige wegen psychischer Probleme auf die Krankenstation der Justizanstalt verlegt. Untersucht werden weiterhin beschlagnahmte CDs und Schriftstücke. Bei dem Buch, das bei Asim C. gefunden wurde, handelt es sich laut Jarosch um ein "sehr konservatives" Werk mit dem Titel "Das ist der Islam".
Der Vorfall bei der US-Botschaft in der Boltzmanngasse ereignete sich am 1. Oktober gegen 11.30 Uhr. Bei einem gewöhnlichen Security-Check wurde der Rucksack von Asim C. durchleuchtet und die Scanner schlugen Alarm. Der 42-Jährige versuchte zu flüchten, ließ seinen Sprengstoff-Rucksack auf der Straße fallen und wurde nach wenigen Metern von der Polizei geschnappt. Der zweite Verdächtige, der eine Beteiligung bisher abstritt, wurde am selben Tag an seiner Wohnadresse widerstandslos festgenommen.
Laut seinem Verteidiger Roland Friis wollte Asim C. keinen Anschlag verüben, sondern den Rucksack bei der Botschaft abgeben. Er habe den "bedenklichen Inhalt" von einem anderem Mann ohne Anweisung erhalten. Gegen die Haftverlängerung habe er keine Berufung eingereicht, da noch Gutachten ausständig seien, so der Rechtsbeistand zur APA.
(apa/red)
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