Freitag, 5. Oktober 2007

Tempo 50 laut Test positive Auswirkungen: Geringere Feinstaub- & Stickoxid-Belastung

  • Sima mit den Ergebnissen der Maßnahme zufrieden
  • Sieben bis 17 vorzeitige Todesfälle werden vermieden

Es war eine Anti-Feinstaub-Maßnahme, die 2005 für beachtliche Diskussionen gesorgt hat: Die Verhängung eines flächendeckenden Tempo-50-Limits in Wien, von dem nur ganz wenige Strecken sowie Autobahnen ausgenommen sind. Nun wurden die Ergebnisse der Evaluierung veröffentlicht. Laut Stadt Wien waren die Auswirkungen positiv, die Schadstoffe sind reduziert worden.

Untersucht wurde die Maßnahme von Experten der Technischen Universität Graz und der Universität für Bodenkultur Wien. Konkret wurde ein Abschnitt der Brünner Straße unter die Lupe genommen, auf dem früher 70 km/h gefahren werden durfte. Seit Einführung von Tempo 50 hat sich dort bei den Pkw und den leichten Nutzfahrzeugen der Feinstaubvorläufer NOx (Stickoxide) um 37 Prozent, Feinstaub um 23 Prozent reduziert.

Laut Univ.-Prof. Peter Sturm von der TU-Graz wurden die Zahlen auch auf Gesamt-Wien hochgerechnet. Dabei habe sich eine Reduzierung bei NOx um zwölf Prozent und rund zehn Prozent bei Feinstaub ergeben. Auch der Lärmpegel an den betroffenen Strecken wurde demnach reduziert.

Ergänzend zur Evaluierung wurde eine medizinische Studie in Auftrag gegeben, die von Hans-Peter Hutter ("ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt") präsentiert wurde. Durch die Maßnahme können, so heißt es darin, rund sieben bis 17 vorzeitige Todesfälle vermieden werden. Das lasse sich auch in Schadenskosten umrechnen lassen: Laut Hutter entspricht dies Einsparungen bis zu annähernd 11 Mio. Euro.

"Für mich ist klargestellt, dass die Maßnahme das gebracht hat, was wir uns vorgestellt haben", betonte Umweltstadträtin Ulli Sima (S) im Gespräch mit Journalisten. Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (S) zeigte sich ebenfalls erfreut. Denn auch die Verkehrssicherheit sei positiv beeinflusst worden, versicherte der Ressortchef. Sowohl Sima als auch Schicker haben in der Causa Tempo 50 bereits schwierigere Stunden erlebt. Sie waren Anfang 2006 mit einem (letztlich abgelehnten, Anm.) Misstrauensantrag von ÖVP und FPÖ konfrontiert.

Sima begrüßte die Ablehnung jener VfGH-Klage, mit der sich ein Frächter gegen die Maßnahme zur Wehr setzen wollte. Sie war von der Wiener ÖVP unterstützt worden. Zudem betonte Sima, dass die Tempo-50-Regelung nur eine von mehreren Maßnahmen gegen die Feinstaub-Belastung in Wien sei. Sie nannte etwa die Partikelfilterpflicht für gewisse Baumaschinen und das bevorstehende Transitverbot für ältere Lkw der Kategorie "EURO 0".

(apa)

5.10.2007 11:59