Freitag, 5. Oktober 2007

Tipp: Lyss rouge '03 vom Riedenhof Kadlec

  • Zweigelt-Granate mit Frucht, Würze & Finesse

Obwohl sich Karl Kadlec mittlerweile schon vor über einer Dekade dem Weinbau verschrieben hat, sind seine Weine immer noch wertvolle Geheimtipps. Den gebürtigen Poysdorfer hat es in den Seewinkel nach Illmitz verschlagen, wo er die Lagenbeichnung Lyss zu seinem Markennamen gemacht hat.

Die Qualität seiner Weine ist unbestritten, sowohl im In- als auch im Ausland hat der Weinbau-Autodidakt beachtenswerte Erfolge erzielt. Die Stilistik seiner Weine ist eine sehr kraftvolle, nicht aufdringlich, aber sehr nachhaltig. Bei seinen Spitzen-Produkten tut man gut daran, sie über ein paar Tage zu verfolgen - es ist höchst erstaunlich wie sehr sie sich nach zwei bis drei Tagen noch öffnen können. Mehrere Stunden dekantieren ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Das Jahr 2003
In dem heißen und frühreifen Jahrgung 2003 ist es nicht allen Winzern gelungen, feine, würzige und langlebige Weine zu keltern. Wir Konsumenten haben uns zum Teil zu früh gefreut und wurden oft durch marmeladige und vordergründige Weine enttäuscht. Ein gelungenes Beispiel für einen subtilen 2003er ist allerdings der Lyss rouge von "Karlo" Kadlec.

Lyss rouge 2003
Ein reinsortiger Zweigelt mit schönem Dunkelrubin, im Kern fast undurchsichtig schwarz. In der Nase wirbt ein komplexes Aromenspiel aus Brombeeren, Herzkirschen, Rumtopf, Leder und schwarzem Pfeffer erfolgreich um Sympathie. Am Gaumen beeindruckt die kräftige Textur mit hoher Dichte und markanter Würze. Dem Winzer ist eine tolle Balance aus prägnanter Tanninstruktur und saftiger Fruchtigkeit mit viel Kirsche und dunklen Beeren gelungen. Ein Wein mit kräftigem Körper, aber ohne zu opulent zu sein. Jetzt im vierten Jahr präsentiert er sich sehr ausgewogen, hat aber noch einiges Potenzial in sich schlummern. (red)

www.lyss.at

5.10.2007 11:18