Chemie zum Putzen ist zumeist überflüssig: Wir zeigen, wie es trotzdem blitzeblank wird
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Für manche ist es ein Vergnügen, für die meisten ein notwendiges Übel: das Putzen. Der durchschnittliche Haushalt verfügt über ein ganzes Arsenal von Wunderwaffen: Fenster-, Küchen-, Bad-, Ofen-, Boden- und um sicherzugehen Allzweckreiniger. Darüber hinaus warten Bodenpflegemittel und Möbelpolitur, Abflussreiniger und Kalklöser auf ihren Einsatz.
"Alles überflüssig", befindet Andrea Husnik von "die umweltberatung". "Beim Putzen gilt: Weniger ist mehr, sowohl was Menge der Putzmittel als auch was Dosierung angeht." Wer Chemie im Haus hat und benutzt, sollte sich jedenfalls mit den auf vielen Haushaltschemikalien befindlichen Gefahrensymbolen auseinandersetzen. Noch besser ist, sich nach Alternativen umzusehen.
Alleskönner Mikrofaser
Anstelle der chemischen Vielfalt empfiehlt Husnik den Einsatz von Mikrofasertüchern. "Trocken oder leicht befeuchtet, beseitigt ein Mikrofasertuch den Großteil des Haushaltsschmutzes für klebrige Verschmutzungen kann man immer noch einen Allzweckreiniger oder ein mildes Scheuermittel verwenden." Je nach Anwendungsbereich gibt es spezielle Tücher weiche für empfindliche Flächen, gröbere für Böden und hartnäckigen Schmutz. Die Mikrofasertücher lassen sich meist bei 60 Grad waschen und halten zwei bis fünf Jahre lang. Der Duft nach "frisch geputzt" bleibt allerdings aus. "Kein Nachteil", so Husnik. "Duftstoffe sind nach Nickel der zweithäufigste Auslöser für Allergien auf der Haut. Bereits 26 bekanntermaßen allergen wirkende Duftstoffe müssen auf Reinigungsmitteln deklariert werden."
Keimfrei kochen
Ein bedenklicher Trend ist der Einsatz von so genannten Desinfektionsreinigern, so Husnik. Bei sorgfältigem, hygienischem Umgang mit Fleisch, Fisch oder Eiern sind diese aber unnötig. Statt Chemie ist Hausverstand gefragt: Schneidbretter, die mit rohem Fleisch in Berührung gekommen sind, sollen nicht ungespült weiterverwendet werden für Brot etwa. Zum Abwaschen genügen heißes Wasser und ein mildes Spülmittel, eine Desinfektion ist nicht notwendig.
Keime in Putztüchern
Kurioserweise beherbergen ausgerechnet die in der Küche beheimateten Putzutensilien die meisten Keime. Denn: "Um zu gedeihen, brauchen Keime Nahrung und Feuchtigkeit", erklärt Husnik. "In Schwammtüchern finden sie beides: Nahrung bieten die enthaltenen Lebensmittelreste. Feucht sind Schwammtücher immer." Panik sei jedoch nicht angebracht, man müsse Schwammtücher keinesfalls nach Gebrauch entsorgen. "Sie lassen sich wunderbar auswaschen bzw. sogar auskochen."
Unbedenkliches WC
Die Toilette, die meist besonders intensiv mit diversen Putz- und Desinfektionsreinigern bearbeitet wird, ist im Gegensatz zur Küche keine Keim-Problemzone. "Eine Klobrille mag ungustiös sein, aber selbst ungeputzt ist sie gesundheitlich nicht bedenklich. Mehr als eine WC-Bürste, einen Allzweck- oder milden WC-Reiniger auf Essig- oder Zitronensäurebasis braucht man zur Säuberung nicht. Für Armaturen und Fliesen eignen sich wiederum Mikrofasertücher." Unnötig und umweltschädlich sind Beckensteine. Manche schädigen sogar das Immunsystem: "Wir empfehlen, auf Beckensteine und Duftspüler zu verzichten, da sie direkt ins Abwasser und in die Gewässer gehen." (LEBEN
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