Mittwoch, 3. Oktober 2007

Gipfeltreffen der Quoten-Jäger

  • ALFONS HAIDER & KLAUS EBERHARTINGER

,Mister Musical‘ meets ,Mister Dancing Star‘ – der Showdown der Showgiganten: Wie sie die ORF-Unterhaltung flottmachen wollen.

NEWS: Ohne Ihnen persönlich zu nahe treten zu wollen – wie erklären Sie sich, dass der ORF in Zeiten des Jugendwahns zur Rettung der Hauptabendquote ausgerechnet einen knapp 50-Jährigen und einen 57-Jährigen ins Rennen schickt?
Eberhartinger: Momenterl, der Alfons und ich gehören zu dieser neuen 40-plus-Generation der Rostfreien, wo die Oxidation des Alters noch nicht so richtig eingesetzt hat.
Haider: Unter Wrabetz werden wieder ganz massiv Publikumslieblinge eingesetzt. Es gab eine Zeit beim ORF, wo man den Eindruck hatte: „Nur keinen zu groß werden lassen, sonst könnte er sich wehren.“ Diese Zeit ist vorbei. Heute orientiert man sich daran, was die Leute wollen. Und die Leute wollen Glaubwürdigkeit.
NEWS: Worin besteht denn nun Ihre Glaubwürdigkeit?
Eberhartinger: Darin, dass mir die Leute mein Lachen abnehmen. Das ist nämlich alles andere als selbstverständlich. Der Moik hat auch sehr oft gelacht, doch man wusste – seine Augen lachen nicht.
Haider: Ich kam vom Theater und hatte
als Moderator lange überhaupt kein Profil. Und keinen,
der’s mir sagte. Ich brauchte 20 Jahre Fernsehen, um zu lernen, wie ich wirklich bin. „Dancing Stars“ war mein Riesenglück, da habe ich zum ersten Mal nach außen hin den Schleimer und Handküsserkönig abgelegt. Dabei habe ich diese Rolle ja gar nie bewusst gespielt.
NEWS: Haben Sie Haider auch für einen Schleimer gehalten?
Eberhartinger: Na ja, er war eben Gegenstand einer öffentlich-rechtlichen Unsitte: Man hat fast ausschließlich Moderatoren eingesetzt, denen man die Persönlichkeit weggeschliffen hat – es gab ein Rollenklischee, an dem man so lang geschliffen hat, bis aus Diamanten Kieselsteine wurden.

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3.10.2007 18:12