Mittwoch, 3. Oktober 2007

Kopftuch-Report: Mit dem Muslim-Kopftuch auf Toleranz-Check

Ein Quadratmeter Stoff als Provokation? NEWS-Reporterin Sandra Wobrazek machte den Test: Ein Lokalaugenschein zwischen Fitnesscenter und Kirche.

Wien an einem typischen Freitagvormittag. In der U-Bahn-Linie U2 sitzen vorwiegend Studenten, Mütter mit ihren Kindern und Senioren. Die meisten schauen schweigend aus dem Fenster oder sind in eine Lektüre vertieft. Ein gut gekleideter, weißhaariger Herr reiferen Alters hingegen versucht gar nicht erst, seinen offensichtlichen Missmut zu verbergen. Immer wieder schüttelt er den Kopf, blickt dann zu seinem neben ihm sitzenden Bekannten und meint unüberhörbar: „Die mit dem Kopftuch werden auch immer mehr – dabei brauchen wir gerade die hier wirklich nicht.“

Das Kopftuch muslimischer Frauen – für die einen ein Glaubensbekenntnis wie Rosenkranz oder Kreuz, für die anderen islamische Provokation. Doch wie leben Frauen mit Kopftuch in Österreich tatsächlich? Welche Erfahrungen machen sie mit ihrem Umfeld? Und wie leicht wird ihnen die Integration gemacht?

Das Kopftuch-Experiment. Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht und bin für einen Tag in die Rolle einer Österreicherin, die zum islamischen Glauben konvertierte, geschlüpft. Einige meiner Stationen: die U-Bahn, der Stephansdom, eine Devotionalienhandlung, ein Fitnesscenter sowie Orte des Wiener Nachtlebens.

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3.10.2007 16:42