BAWAG-Verkauf ließ Kassen wieder klingeln: ÖGB erwirtschaftete 2006 62 Mio. Gewinn
- Finanzchef Schneider präsentiert positive Bilanz
- Gewerkschaft zeichnet Minus bei Mitgliedsbeiträgen
Der Jahresabschluss 2006 des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) weist einen Bilanzgewinn in Höhe von 61,877 Millionen Euro auf. Das geht aus der Bilanz, die ÖGB-Finanzchef Clemens Schneider dem ÖGB-Vorstand präsentieren wird und der APA bereits vorlag, hervor. Der Gewinn von knapp 62 Mio. Euro dürfte auf Einmaleffekte nach dem Verkauf der BAWAG zurückzuführen sein.
Die Bilanz 2005 wies noch einen Verlust in Höhe von 38,5 Millionen Euro auf.
Verluste bei Mitgliedsbeiträgen
Der Verlust von 63.410 Mitglieder seit Aufkommen der BAWAG-Affäre hat sich auch in der Bilanz des ÖGB für das Jahr 2006 niedergeschlagen. Waren es im Jahr 2005 noch 192,9 Mio. Euro an Umsatzerlösen, also Mitgliedsbeiträgen, schrumpfte der Wert im vergangenen Jahr auf 190,2 Mio. Euro. Die Mitgliedsbeiträge sollen nach dem Verkauf der BAWAG die alleinige finanzielle Stütze für den ÖGB sein.
ÖGB-Finanzchef Clemens Schneider hatte nach dem Verkauf der BAWAG angekündigt, die Mitgliedsbeiträge würden die "alleinige Stütze für die Zukunft" sein. Die Projektgruppe "Verwaltung" hatte daher auch für eine Anpassung der Höchstbeiträge plädiert. Diese sind derzeit in den Einzelgewerkschaften unterschiedlich festgelegt.
Der ÖGB wies in einer ersten Reaktion auf die Veröffentlichung der Zahlen nochmals auf die Einmaleffekte, durch die die Bilanz zustande gekommen sei. So lobte man etwa die "großzügige Bereitschaft der großen Mehrheit der ÖGB-Pensionisten, das Abfindungsabgebot des ÖGB anzunehmen".
(apa/red)

