Zielpunkt und Plus auf Partnersuche: Rewe und Edeka sollen bei uns Interesse haben
- Würde "Vorteile bei Logistik und im Einkauf" bringen
Die deutsche Tengelmann-Gruppe möchte auch für die heimischen Diskonter Zielpunkt und Plus einen strategischen Partner mit ins Boot nehmen. Ein Investor sei notwendig, um weiter am Markt bestehen zu können, zitierte eine Tageszeitung Johann Schweiger, Chef von Zielpunkt und Plus in Österreich. In Deutschland befindet sich der Handelskonzern wie berichtet auf Partnersuche für seine Plus-Märkte.
Ein Partner in Österreich würde "Vorteile bei Logistik und im Einkauf" bringen, so Schweiger, der nach Stationen bei Löwa und bei Plus in Tschechien und Ungarn seit 1996 Zielpunkt-Österreich-Chef ist. Zielpunkt/Plus sei in Österreich Nummer fünf am Markt. "Um uns weiter behaupten zu können, brauchen wir einfach Partner", so der Handelsexperte. Zuletzt wurden Rewe und Edeka als Interessenten genannt. Laut Schweiger könnte aber jemand zum Zug kommen, der noch nicht in Österreich vertreten ist, heißt es im "Standard".
Nach deutschen Medienberichten steht der Kölner Rewe-Konzern bereits kurz vor der Übernahme des Tengelmann-Diskonters Plus. Demnach gehe es in den Gesprächen nur noch um letzte Details, vor allem was die künftige Einbindung von Tengelmann mit einer Minderheitsbeteiligung anbelange.
Der Vorstandsvorsitzende von Rewe, Alain Caparros, habe schon am 13. September während einer Veranstaltung angedeutet, dass die Inlandsposition von Rewe bald gestärkt werde. Wie es weiter hieß, verhandeln Caparros und Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub schon seit März über die Übernahme von Plus und die Einbindung in die Rewe-Kette Penny. Nach Aussagen eines Penny-Managers müsste das gemeinsame Filialnetz aufgrund von Überschneidungen um insgesamt 800 bis 1.000 Geschäftsstellen ausgedünnt werden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".
Der deutsche Lebensmitteldiskont ordnet sich derzeit neu. Das Unternehmen, das Plus erhält, wird Nummer drei im deutschen Diskontgeschäft hinter Aldi und Lidl. Plus kommt auf über 4.000 Filialen (2.900 in Deutschland) und rund 9 Mrd. Euro Umsatz, knapp 7 Mrd. Euro davon werden am deutschen Markt erzielt. Plus ist neben Österreich unter anderem auch in Polen, Rumänien, Tschechien und Ungarn vertreten. Die Kartellbehörden haben bei dem geplanten Deal auf jeden Fall ein gewichtiges Wort mitzureden: Edeka hält in Deutschland gut 31 Prozent, Rewe 21 Prozent Marktanteil.
In Österreich führt Tengelmann 360 Filialen unter Zielpunkt und Plus. Heuer kommen elf Plus-Läden dazu. Die Kette ist stark "ostlastig" und hat nach eigener Angabe in Wien 15 Prozent Marktanteil. In Tirol und Vorarlberg ist keine der Vertriebslinien vertreten. 3.400 Mitarbeiter in Österreich haben zuletzt 590 Mio. Euro umgesetzt. Der Marktanteil der Gruppe ist laut ACNielsen zuletzt von 5 auf 4,7 Prozent gesunken. Hofer, Lidl und Penny haben dagegen ihre Marktanteile ausgebaut.
Durch die Umstellung einiger Filialen vom Softdiskonter Zielpunkt auf den Harddiskonter Plus ist das Handelsunternehmen in Österreich in den vergangenen Jahren in die roten Zahlen gerutscht. Bisher wurden 90 Standorte von Zielpunkt auf Plus umgestellt, 270 Zielpunkt-Filialen gibt es noch. Das weitere Vorgehen sei noch offen, sagte Schweiger zum "Standard". Das Minus von 1,7 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2005/06 sei "einkalkuliert" gewesen. Nach einem schwierigen Jahr 2006/07 hofft Schweiger im laufenden Jahr 2007/08 wieder auf Gewinne.
(apa/red)

