Mittwoch, 3. Oktober 2007

Eier um 3 Cent je Stück teurer: Bauern
machen Druck wegen der Futtermittelkrise

  • Diskonter seit Anfang Oktober mit neuen Preisen

Seit Anfang Oktober sind die heimischen Verbraucher mit kräftigen Preiserhöhungen bei Eiern konfrontiert. Der Handel verrechnet den Konsumenten durchschnittlich 3 Cent mehr pro Stück. Die Lebensmitteldiskonter haben den Preisanstieg als erste im Regal umgesetzt, Eier sind dort bereits teurer. Die Vollsortimenter folgen in den nächsten Tagen. Die Bauern begründen den Schritt mit den "stark gestiegenen Futtermittelpreisen, Energie- und Logistikkosten", der Handel hat die Forderung umgesetzt. Bis Jänner könnte es zu einem weiteren Preissprung kommen.

Wie der Geschäftsführer der Österreichischen Frischeiererzeugergemeinschaft, Benjamin Guggenberger, im Gespräch mit der APA erklärte, würden die Verhandlungen zwischen Erzeugern und Handel noch weitergehen. Eins sei jedoch klar: Preise für Bio-Eier werden stärker anziehen als konventionelle Hühnerprodukte. Schließlich würden die Versorgungsengpässe bei Futtermitteln die Biobauern noch dramatischer treffen.

Seit Mai 2006 seien die Preise für österreichischen Mais von 100 Euro je Tonne auf 250 Euro je Tonne - im September 2007 - gestiegen. Zudem habe es etwa in Italien Missernten gegeben, was die Preise zusätzlich nach oben getrieben habe. Österreichs Eierproduzenten können ihren Bedarf nicht aus österreichischem Anbau decken. Sie müssten Futtergetreide zukaufen. Bis in den September hinein habe es extreme Preisschwankungen gegeben. Erst Ende September sei eine Stabilisierung eingetreten und eine Einigung über die Höhe des Preises mit dem Einzelhandel zustande gekommen.

Die Erzeuger wollen, dass die Preiserhöhungen im Handel so weit wie möglich an sie weitergereicht werden. "Wir wollen, dass den Bauern der Großteil zugestanden wird", zitiert Guggenberger einen Vertreter der Produzentenseite.

Der Geschäftsführer rechnet mit einer neuerlichen Preisanhebung im Laufe der nächsten Monate. Zum einen sei keine Entspannung am Futtermittelmarkt zu beobachten, zum anderen würden die Kosten für die Umstellung von Käfig- auf Freilandhaltung schlagend werden. Derzeit werden noch rund eine Million Hühner in Österreich im Käfig gehalten, fünf Millionen Hühner leben bereits in Boden- bzw. Freilandhaltung. Der Großteil der Käfig-Eier wandern in die Gastronomie und die verarbeitende Industrie. In einem Jahr müssen auch diese Betriebe umgestellt haben.

Seit dem Jahr 2001 und der Einführung des Euro haben sich die Eierpreise laut Statistik Austria bis zum ersten Halbjahr 2007 kräftig verteuert. Die Preise für Eier sind dabei um insgesamt 21 Prozent gestiegen. Die Inflationsrate betrug im selben Zeitraum 10,9 Prozent.

(apa/red)

3.10.2007 11:57