Freitag, 5. Oktober 2007

Anderlecht-Hürde zu hoch für Hütteldorfer: 0:1-Niederlage vs. Anderlecht im UEFA-Cup

  • Pacult: 'Kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen'
  • 4 Rapid-Verletzte: Heikkinen, Kormaz, Tokic & Hiden

Nach acht Saison-Partien auf internationaler Ebene hat sich der SK Rapid aus dem Fußball-Europacup verabschiedet. Selbst eine dank des 1:1 im Hinspiel gute Ausgangsposition und die enthusiastische Unterstützung der Zuschauer im ausverkauften Hanappi-Stadion reichten nicht aus, um die Hürde Anderlecht zu nehmen und erstmals in der Clubgeschichte in die Gruppenphase des UEFA-Cups einzuziehen.

Nach dem 0:1, der dritten Niederlage in den jüngsten vier Partien in Wien-Hütteldorf und gleichzeitig der erst zweiten Europacup-Heimschlappe in den vergangenen elf Spielen, schwankte die Stimmung zwischen Enttäuschung und zähneknirschender Akzeptanz der Stärke des Gegners. "Man hat gesehen, dass Anderlecht eine wirklich starke Mannschaft hat. Wenn vor dem Hinspiel gesagt wurde, dass wir eine 50:50-Chance haben, dann ist das einfach nicht so. Die haben ein Budget von 35 Millionen Euro und ein Team für die Champions League", erklärte Steffen Hofmann.

Der deutsche Mittelfeldspieler, der in der laufenden Saison acht Tore im internationalen Geschäft erzielt hatte, merkte aber auch an: "Wenn mein Freistoß drin gewesen wäre, hätte ich gern gesehen, wie das Spiel gelaufen wäre." So jedoch lief sich Rapid nach einer relativ schwachen Anfangsphase vor allem in der zweiten Hälfte gegen den gut organisierten belgischen Meister immer wieder fest und vermochte keine zwingenden Chancen mehr herauszuspielen.

"Der Wille war da"
Das Bemühen konnte man den Hütteldorfern aber nicht absprechen, wie Trainer Peter Pacult betonte. "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben alles probiert, konnten uns aber nicht entscheidend durchsetzen. Anderlecht war heute einfach nicht zu knacken", sagte der Coach, für den das Tor der Belgier "nach Abseits roch".

Pacult bestritt zwar, dass seine Truppe gegen Anderlecht ihre Grenzen aufgezeigt bekam, die Qualität der Belgier musste er aber anerkennen. "Diese Mannschaft kann auswärts immer ein Tor machen. Man muss halt respektieren, dass der Gegner nicht der leichteste war."

Tatsächlich schien in der Anfangsphase nur Ümit Korkmaz in der Lage zu sein, die Defensive der Brüsseler durcheinanderzuwirbeln - bis der Flügelspieler nach rund 20 Minuten wegen einer Muskelverletzung vom Platz musste. "Das hat wehgetan, er hat auf seiner Seite viel Druck gemacht", sagte Pacult.

Neben Korkmaz hätte Rapid in der Schlussphase auch einen echten Goalgetter bitter nötig gehabt, doch ein "Knipser" konnte in der vergangenen Transferzeit nicht verpflichtet werden. "Wir haben uns im Sommer in unseren Möglichkeiten so bewegt, wie wir uns bewegen konnten", umschrieb Pacult die Tatsache, dass seinem Club das Geld für einen Klassestürmer gefehlt hatte.

Nicht nur der Angriff, auch die Position links in der Viererkette bleibt eine Problemzone bei Rapid, wie die vielen Angriffe von Anderlecht über diese Seite in der Anfangsphase bewiesen. Der gelernte Innenverteidiger Jürgen Patocka kann Markus Katzer (Kreuzbandriss) einfach nicht ersetzen, und dem früheren 1860-München-Betreuer fehlen die Alternativen im Kader. "Qualitativ sind wir nicht schlechter als in der letzten Saison, aber eben quantitativ", so Pacult.

Verletzten-Bilanz
Österreichs Fußball-Rekordmeister Rapid hat nach dem UEFA-Cup-Aus mit Markus Heikkinen, Ümit Kormaz, Mario Tokic und Martin Hiden auch vier verletzte Spieler zu beklagen. Am schwersten erwischte es Heikkinen. Der finnische Nationalspieler hatte sich bei einem Zweikampf einen Rippenbruch zugezogen und als Folge dieser Verletzung trat auch noch ein Lungeneinriss auf, der zuvor von Clubarzt Benno Zifko bereits operiert wurde.

(apa/red)

SK Rapid Wien - RSC Anderlecht 0:1 (0:1)
Wien, Hanappi-Stadion, 17.400, SR Rizzoli/Italien

Tor: 0:1 (23.) Akin

Rapid: Payer - Thonhofer, Hiden, Tokic (74. Harding), Patocka - Hofmann, Heikkinen, Boskovic, Korkmaz (21. Kavlak) - Bilic, Bazina (59. Fabiano)

Anderlecht: Zitka - De Man, Pareja, Juhasz (73. Wasilewski), Deschacht - Polak, Biglia - Legear (80. Bousouffa), Hassan, Van Damme - Akin (77. Frutos)

Gelbe Karten: Fabiano bzw. Akin

(apa/red)

5.10.2007 12:31