"Fehler, ihn nicht zu disqualifizieren": Wird Hamilton nur dank "McFerrari" Weltmeister?
- Montezemolos Abrechnung mit McLaren-Piloten
- Offener Zwist bei McLaren-Piloten Hamilton & Alonso
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Wenn McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton Formel-1-Weltmeister wird, hat er dies auch Ferrari zu verdanken. Dieser Meinung ist Ferrari-Präsident Luca Cordero di Montezemolo. "Ich halte es nach wie vor für einen großen Fehler, dass die McLaren-Piloten wegen der Spionage-Affäre nicht disqualifiziert worden sind. Denn das bedeutet, dass Hamilton auch deshalb Weltmeister wird, weil eine Menge Ferrari in seinem Auto ist", sagte Montezemolo laut dem Sportzeitungs-Internetportal http://www.gazzetta.it.
Montezemolo rechnet in diesem Artikel hart mit der Motorsport-Behörde FIA ab. Nicht nur, weil seiner Meinung nach auch die Silberpfeil-Piloten bestraft gehört hätten, weil zumindest auch Alonso in den illegalen Info-Fluss von Ferrari zu McLaren eingebunden gewesen sei. Sondern auch wegen der e-mail-Affäre vor dem chaotischen Regen-GP in Japan, wo man ausgerechnet Ferrari zu spät mitgeteilt hatte, dass Regenreifen zu verwenden sind. "Das war höchst unprofessionell, man sollte sich bei uns dafür entschuldigen", sagte Montezemolo.
In der Spionageaffäre hatte die FIA bekanntlich McLaren zu einer Rekordstrafe von 100 Millionen Dollar verurteilt, die Piloten Fernando Alonso und Lewis Hamilton waren als "Kronzeugen" aber ungeschoren davongekommen. Damit kann Hamilton ungeachtet aller Sticheleien aus Maranello schon im Grand Prix von China in Schanghai seinen Teamkollegen Fernando Alonso als jüngsten Weltmeister der Geschichte ablösen.
Offener Zwist bei McLaren-Piloten Hamilton & Alonso
Bei McLaren-Mercedes ist zudem die Fehde zwischen den beiden Piloten nun völlig offen ausgebrochen. Sowohl Hamilton als auch Alonso gestanden in Japan offen ein, eine Zukunft ohne den anderen im eigenen Team zu bevorzugen. "Wenn ich nächstes Jahr ein wettbewerbsfähiges Auto und nicht mehr Lewis als Teamkollegen habe, das wäre sehr in Ordnung", gab Alonso in Fuji unumwunden zu. Hamilton wiederum meinte, er könne sich ein weiteres Jahr mit Alonso im Team einfach nicht vorstellen.
Derzeit sieht es eher so aus, als ob der 26-jährige Spanier McLaren den Rücken kehrt. Der Doppel-Weltmeister war vor dieser Saison im Glauben von Renault zu McLaren gegangen, dort die klare Nummer eins zu sein. Das stellte sich rasch als Irrtum heraus, denn der von Ron Dennis jahrelang perfekt vorbereitete Hamilton bekam von Anfang an die gleich guten Karten und konnte so sein Talent voll ausspielen.
Ob die beiden ein weiteres Jahr miteinander auskommen müssen - Alonsos Vertrag geht bis 2009 - oder Alonso schnell wieder das Weite sucht, ist derzeit offen. Ein Wechsel von Alonso zu Ferrari gilt nach den jüngsten Aussagen beider Seiten jedenfalls als ausgeschlossen und auch eine einjährige Pause kommt für den Spanier nicht in Frage. "Im kommenden Jahr gibt es wichtige Regeländerungen und keine Fahrhilfen mehr. Es ist eine Saison, in der du einfach Rennen fahren musst, weil die Autos komplett neu sind", sagte Alonso dem spanischen Radio Cadena Ser.
Wahrscheinlich wäre also eine Rückkehr zu Renault oder ein Wechsel zu Toyota, wo man nach dem Abgang von Ralf Schumacher einen Piloten-Platz frei und viel Geld zur Verfügung hätte. Renault-Teamchef Flavio Briatore will seinen Ex-Schützling aber nicht kampflos einem anderen Team überlassen. "Ich habe ihm eindeutig gesagt, dass wir ihn in dem Moment zurückhaben wollen, in dem er bei McLaren frei ist", wiederholte Briatore in Japan.
(apa/red)
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