Schönfelder bangte um seine Ski-Karriere:
Hatte gesundheitliche Probleme im Sommer
- "Ich wusste nicht, ob ich jemals wieder fahren kann"
- Kärntner verfolgt weiter seine Allrounderpläne

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Nach einer Saison voller Pleiten, Pech und Pannen hat Rainer Schönfelder auch im Sommer 2007 lange Zeit wenig zu lachen gehabt. Schuld waren gesundheitliche Probleme, die dem Kärntner bereits seit langer Zeit zu schaffen machen. Vor allem im Oberschenkel-, Leisten- und Hüftbereich hat es gezwickt. "Mitte des Sommers war ich wirklich schwer frustriert. Ich wusste nicht, ob ich jemals wieder fahren kann. Ich hatte enorme Sorgen", meinte Schönfelder auf dem Mölltaler Gletscher.
Nach Ende der verpatzten WM-Saison 2006/07 hatte "Schöni" die Ski in die Ecke gedonnert - einen Monat lang wurde der Skistar zum Städtetouristen. "Moskau, New York, Orlando, Miami, Hamburg", zählte Schönfelder seine Stationen auf. Ebenfalls zahlreiche Stationen absolvierte der 30-Jährige, um seinen Körper wieder in den Griff zu bekommen. "Das kostet enorm viel Zeit, denn fünf Ärzte oder Experten bedeuten gleichzeitig fünf Diagnosen."
Eine genaue Diagnose gab es nicht, aber seit Juli geht es wieder spürbar bergauf. "Es ist schleichend gekommen. Und es scheint, dass es auch schleichend wieder geht." Punkto Training hat es den Bleiburger aber natürlich gewaltig zurückgeworfen. "Während die anderen die Grundlagen geschafft haben, konnte ich körperlich nichts tun." Wie immer, möchte Schönfelder aber auch diese Erfahrung nicht missen. "Es war ein fürs Leben prägender Sommer. Ich bin bescheidener und demütiger geworden. Denn ich habe erkannt: wenn der Körper Nein sagt, dann ist es vorbei."
Mittlerweile strotzt Schönfelder aber wieder vor Tatendrang und verfolgt nach wie vor seine Allrounderpläne, "die mich irgendwann in die Nähe des Gesamtweltcups bringen sollen". Als Basis soll aber wieder seine Paradedisziplin Slalom (fünf Weltcupsiege) dienen. "Ich habe mich für diesen Weg in Richtung Allrounder entschieden und bin in Turbulenzen geraten. Aber es gibt keinen Weg zurück. Wenn ich untergehe, dann gehe ich so unter."
Deswegen schaltet der Slalom-Weltcupsieger 2004 auch weiterhin abseits der Piste einen Gang zurück. "Ich tanze nicht mehr auf so vielen Hochzeiten", weiß Schönfelder, der einst Skifahrer, Popsänger, Clown und Entertainer in Personalunion war. "Aber", fügte der bunte Hund hinzu, "ich bin unberechenbar. Und das bleibe ich auch. Im Grunde habe ich mich keinen Deut verändert, aber der Aktionismus wurde weniger."
Was es heißt, wenn Schönfelder "unberechenbar" ist, hatte sich auch vergangene Saison gezeigt. Nach einer verlorenen Wette legte Schönfelder eine Nacktfahrt hin, die jedoch von einem Fotografen abgelichtet wurde. Die Bilder gingen um die Welt.
(apa/red)
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