Mittwoch, 3. Oktober 2007

ÖSV-Stars fiebern Papstaudienz entgegen:
Weltcup-Auftakt gerät in den Hintergrund

  • Giger: "Habe mir das schon viele Jahre gewünscht"
  • Pranger: "Bin sehr gläubig, für mich eine Riesenehre"

Österreichs Skistars und ihre Trainer fiebern einem großen Tag abseits der Skipiste entgegen - am Samstag ist die rot-weiß-rote Nationalmannschaft zu einer Privat-Audienz bei Papst Benedikt XVI. geladen und die Vorfreude ist bereits deutlich spürbar. Fast alles dreht sich dieser Tage um die Reise in den Vatikan, da wird für einige Stunden sogar der immer näher rückende Weltcup-Auftakt am 27. und 28. Oktober in Sölden zur Nebensache.

"Ich habe mir das schon viele Jahre gewünscht. Dem Papst die Hand schütteln zu dürfen, das wird ein einmaliges Erlebnis. Ehrlich gesagt bin ich schon nervös", meinte Herrenchef Toni Giger im Rahmen der Trainingseinheiten auf dem Mölltaler Gletscher. "Eine große Sache, dass unser Team so etwas erleben darf", zeigte sich auch Damencoach Herbert Mandl begeistert. Eingefädelt hat die Begegnung ÖSV-Alpinchef Hans Pum.

Reinfried Herbst hat für die Audienz kurzerhand einen Sponsortermin und eine Autogrammstunde verschoben. "Vielleicht sollte der Papst meine Ski segnen", scherzte der Salzburger und fügte hinzu: "Da nimmt man sich einfach Zeit. Das ist eine Chance im Leben, die man einfach nutzen muss", meinte der Papa in spe, dessen Freundin Manuela rund um Weihnachten (Geburtstermin 23. Dezember) einen Sohn erwartet.

Ganz besonders euphorisch zeigte sich Manfred Pranger. "Ich bin sehr gläubig, für mich ist das eine Riesenehre", freut sich der Tiroler. Genauso wie Gesamt-Weltcup-Siegerin Nicole Hosp: "Das ist eine tolle Überraschung für uns und wird etwas ganz Besonderes." Noch nicht fix ist der Ausflug zum Heiligen Vater für Rainer Schönfelder. "Ich bin ein vielbeschäftigter Mann. Dabei habe ich gehört, dass der Papst meinen Segen erwartet", meinte der Kärntner ganz in Schönfelder-Manier.

"Müssen bis Sölden noch zulegen"
Aber natürlich laufen ÖSV-intern auch die Vorbereitungen auf Sölden auf Hochtouren. Herrenboss Giger gibt sich noch zurückhaltend: "Einige haben noch Aufholbedarf. Wir müssen bis Sölden noch zulegen." Bei Stephan Görgl schaut es nach seiner kapitalen Knieverletzung (Riss des Innenbandes, des vorderen Kreuzbandes und der Patellarsehne am linken Knie) Anfang Dezember 2006 schon wieder sehr gut aus, der Steirer steht bereits wieder voll im Teamtraining. "Er ist für Sölden auf jeden Fall ein Thema", so Giger.

Gigers Damen-Gegenüber Mandl zeigt sich doch merklich optimistischer punkto Sölden: "Es läuft sehr gut. Was wir jetzt brauchen, sind noch einige schnelle Zeitläufe." Die Teams werden rund zehn Tage vor Sölden nominiert. Wie das Quali-Prozedere ablaufen wird, steht noch nicht fest. "Aber es wird auf jeden Fall teaminterne Zeitläufe geben", meinten Mandl und Giger unisono.

(apa/red)

3.10.2007 13:20