Götschl ist schon wieder heiß auf Speed: 32-Jährige will heuer noch einmal "angasen"
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Die vergangenen zwei Saisonen hat Renate Götschl stets unter Schmerzen beendet. Im Sommer musste sie wegen ihres Schienbeinkopf-Bruches sogar auf Krücken gehen und im Juli eine Nachoperation am Knie über sich ergehen lassen. Doch jetzt geht es bei der Steirerin wieder rasant aufwärts, diese Woche stand Götschl am Kitzsteinhorn erstmals wieder auf Skiern. Erste Erkenntnis der 32-jährigen "Speed Queen": "Alles passt, ich bin schon wieder heiß auf den Speed!"
Die zwei jüngsten Saisonen waren für Götschl von Verletzungen und Triumphen begleitet. Nach der Enttäuschung bei Olympia in Turin beendet sie die Saison 2005/2006 wegen einer Bänderverletzung schon im Februar und dachte kurz sogar an ein Karriere-Ende. Nach dem Wechsel zu Atomic feierte sie aber wieder Riesenerfolge, gewann vergangenen Winter Abfahrts- und Super-G-Weltcup, ehe sie kurz vor dem Saisonende bei einem bösen Sturz in Tarvis den Schienbeinkopf und den Gelenksknorpel zerstörte. Dennoch fightete die Löwin aus Obdach damals unter Schmerzen weiter. "Ich war in guter Form und wollte es unbedingt", so Götschl.
Noch während des Saisonfinales wurde Götschl aber im März 2007 operiert und begann nach zwei Wochen auf Krücken wieder mit dem Aufbau. "Ich habe aber gleich gemerkt, dass es nicht so sauber läuft", erinnerte sich Götschl. Den ersten Schnee-Test im Juli im Mölltal brach sie nach nur drei Fahrten ab, danach wurde die Schraube im Bein entfernt und der Knorpel geglättet.
Zwei Monate später sieht Götschl endlich Licht am Ende des Tunnels. "Kein Vergleich zum Juli. Jetzt muss sich nur noch das Knie an die andere Belastung gewöhnen", sagte sie strahlend nach zwei problemlosen Tagen auf Gletscherschnee. "Ich darf dem Knie nur noch keinen Stress machen." Deshalb ist vorerst nur freies Skifahren angesagt.
Zwei Entscheidungen hat Götschl dennoch bereits als Tribut an die Verletzungen gefällt. Sie wird den Saisonstart Ende Oktober in Sölden sicher auslassen und im kommenden Winter - ähnlich wie Hermann Maier - nur noch Abfahrt und Super G bestreiten. Damit lässt sie nach dem Slalom auch den Riesentorlauf praktisch endgültig sausen.
"Den Riesentorlauf trainiere ich natürlich, ob ich aber nochmals ein Weltcuprennen fahre, ist fraglich", hat sich Götschl festgelegt. Damit wird die erfolgreichste aktive Skifahrerin der Gegenwart die ersten drei kommenden Weltcup-Stationen in Sölden, Levi und Panorama meiden und erst Anfang Dezember in Lake Louise/Kanada einsteigen.
Was kein Malheur ist, sind doch die Kristallkugeln in den Speed-Disziplinen das ausschließliche Ziel Götschls im kommenden Winter. Sie kann den Klammer-Rekord von fünf Abfahrts-Kugeln, den sie vergangene Winter egalisiert hat, ebenso überbieten wie dessen 25 Abfahrts-Weltcupsiege.
Angst, dass sie die vergangenen Stürze und Verletzungen im Kopf bremsen könnten, hat Götschl nicht. "Ich bin kein Typ, der nach schweren Stürzen Angst bekommt. Im Gegenteil, ich schau mir meine Stürze meist problemlos am Video an und freu mich sogar, wenn ich möglichst bald wieder schnell fahren kann." Deshalb, so Götschl, "freue ich mich schon wieder sehr darauf, die Abfahrtsski anschnallen zu können."
Dass in der kommenden Saison die Renn-Ski wegen neuer Regeln ein völlig anderes Fahrverhalten haben, ist Atomic-Pilotin Götschl relativ egal. "Wir haben noch während der Saison viel getestet. Der Rest ist reine Gewöhnung. Da habe ich kein Problem, ich habe schon so viele Änderungen bei den Ski miterlebt."
(apa/red)
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