Sonntag, 7. Oktober 2007

Militär in Burma setzt Verhaftungen fort:
Ausländische Kritik bleibt völlig wirkungslos

  • Burmesische Journalisten werden bereits abgehört
  • Laut Staatszeitung bereits 2700 Menschen in Haft

Trotz andauernder Uneinigkeit über das richtige Vorgehen hat die internationale Gemeinschaft ihren Druck auf die Militärmachthaber in Burma (Myanmar) am Wochenende verstärkt. Weltweit protestierten Tausende Menschen gegen die gewaltsame Niederschlagung der friedlichen Proteste im September. Nach einem Bericht des UNO-Sondergesandten Ibrahim Gambari verurteilte der UNO-Sicherheitsrat die Lage in dem südostasiatischen Land einhellig als "unannehmbar und unhaltbar". China und der Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) warnten jedoch vor einem Konfrontationskurs.

Ungerührt von der internationalen Empörung über die jüngsten Verhaftungswellen in Burma (Myanmar) setzt die Militärjunta ihren Rachefeldzug gegen Demonstrationsteilnehmer fort. So seien erneut 78 "Anstifter" der friedlichen Proteste festgenommen worden, berichtete das Staatsorgan "Neues Licht von Burma". Unter burmesischen Reportern, die für internationale Medien über die Proteste berichtet haben, geht die Angst um. Weil sämtliche Leitungen abgehört werden, trauen sich viele nicht mehr, telefonische Auskünfte zu geben.

Freilassung nur nach Demo-Verweigerung
Nach Angaben der Staatszeitung wurden 2.700 Menschen festgenommen, seit die Armee vor elf Tagen mit Tränengas, Schlagstöcken und Maschinengewehren auf die Demonstranten losging und die Protestbewegung niederschlug. Darunter waren nach diesen Angaben 533 Mönche, die die Protestbewegung Ende September gestartet hatten. Auf dem Höhepunkt demonstrierten 100.000 Mönche und Zivilisten gegen das diktatorische Regime. Mehr als 1.200 Menschen seien wieder freigelassen worden, nachdem sie eine Verpflichtung unterschrieben hatten, nicht an Protesten teilzunehmen.

Anzahl der Toten noch unklar
Dissidenten und Diplomaten sind überzeugt, dass die Zahl der Toten deutlich höher liegt als bisher eingeräumt. Das Regime spricht von zehn, doch gehen andere von bis zu 200 Toten aus. Dissidenten haben von Masseneinäscherungen berichtet. (APA/red)

7.10.2007 13:47