Freitag, 5. Oktober 2007

"Chaos von historischen Ausmaßen": Sturm brachte Regen & Verwüstung über Mallorca!

  • Balearen-Insel bekam keine entsprechende Warnung
  • Bäume entwurzelt, Ampeln und Masten geknickt

Ein schwerer Gewittersturm hat Mallorca ins Chaos gestürzt. Sturmböen peitschten über die spanische Ferieninsel, wolkenbruchartiger Regen verwandelte Straßen in Sturzbäche. Das Unwetter währte nur eine Viertelstunde, aber es reichte aus, Mallorca ins Chaos zu stürzen. Etwa 20 Menschen wurden verletzt.

Auf seinem Zug über die Insel riss der Sturm fast alles mit, was ihm in den Weg kam. Er entwurzelte Bäume, knickte Verkehrsampeln und Hochspannungsmasten um, deckte Dächer ab und brachte Zäune und Mauern zum Einsturz. "Dies war eines der schlimmsten Unwetter der letzten Jahrzehnte", berichtete die Zeitung "El Mundo/El Dia de Baleares".

Am schlimmsten erwischte es einen Wachmann, der in der Inselhauptstadt Palma vor dem Regen in seinem Wärterhäuschen Zuflucht gesucht hatte und mitsamt dem Häuschen fortgeweht wurde. Ebenfalls in Palma riss der Sturm die große Lichtreklame eines Schnellrestaurants um und ließ sie auf ein Auto stürzen. Zwei in dem Fahrzeug sitzende Kinder wurden verletzt.

Am Sportkomplex Son Moix fegte der Sturm das Dach der Schwimmhalle davon. 2.000 Sportler und Zuschauer konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Eine andere Sporthalle, in der vor 500 Zuschauern ein Volleyballspiel stattfand, musste ebenfalls in aller Eile geräumt werden. In mehreren Krankenhäusern setzte der Regen Operationssäle und Behandlungszimmer unter Wasser. Eine psychiatrische Klinik musste geräumt werden, weil ein umstürzender Baum eine Gasleitung leckgeschlagen hatte.

Der Flughafen von Mallorca wurde für 20 Minuten geschlossen. Auf den Straßen herrschte, wie die Lokalpresse schrieb, ein "Chaos von historischen Ausmaßen". Tausende von Autofahrern saßen in langen Staus fest.

Nach dem Unwetter bekamen die Meteorologen bittere Vorwürfe zu hören. "Uns lag keine Sturmwarnung vor", beklagte sich die Innenministerin der Balearen, Maria Angeles Lecinena.
(APA/red)

5.10.2007 15:34