Mittwoch, 3. Oktober 2007

Türkei will künftig mediterraneren Nikolo:
Coca-Cola-Image ist nicht länger erwünscht

  • Kulturminister ärgert sich über Santa Claus-Optik
  • Heiliger Nikolo als Beschützer der Jungfräulichkeit

Die Türkei will dem heiligen Nikolaus ein neues Image verschaffen. Der ehemalige Bischof der kleinasiatischen Stadt Myra (heute Demre) - den die orthodoxen Russen als Nationalheiligen verehren - müsse von seinem derzeitigen Image befreit werden, das von nordeuropäischen Ländern und von Coca-Cola geprägt worden sei, sagte der türkische Kulturminister Ertugrul Günay laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi (AA). Stattdessen solle der Heilige ein "mediterranes Image" erhalten.

Schließlich könne man am Geburtstag des heiligen Nikolaus am 6. Dezember im Süden der Türkei noch im Meer schwimmen, sagte der Minister. Günay kündigte an, die Nikolaus-Kirche im heutigen Demre, solle restauriert werden. Das Bauwerk sei wichtig für den Fremdenverkehr.

Nikolo, Retter der Jungfrauen
Der historische Heilige lebte im vierten nachchristlichen Jahrhundert und war als Bischof von Myra für seine Mildtätigkeit und seine Hilfe für die Kinder bekannt. Der Legende nach warf der Heilige unerkannt Säckchen voller Geldmünzen durch den Schornstein von Häusern, um den dort lebenden Mädchen eine Aussteuer und so die Möglichkeit zur Eheschließung zu verschaffen. Mit diesen Geschenken rettete er die jungen Frauen gleichzeitig vor der Prostitution. St. Nikolaus wurde deshalb unter anderem zum Schutzheiligen der Jungfrauen. Die Vorstellung, dass die Weihnachtsgeschenke durch den Schornstein ins Zimmer sausen, hat sich bis heute besonders im anglo-amerikanischen Kulturkreis gehalten. Im 11. Jahrhundert raubten italienische Piraten die Gebeine des Heiligen und brachten sie nach Bari. Papst Urban II. (1088-99) führte das Fest der Übertragung der Reliquien des Heiligen nach Bari an. (APA//red)

3.10.2007 15:03