Musharraf rüstet sich gegen Militärputsch:
Vertrauter wurde zum Armeeführer ernannt
- 1999 putschte Musharraf selbst gegen die Führung
- Ex-Geheimdienstchef Ashfaq Kiyani übernimmt Amt

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Von der Unabhängigkeit bis zur Militärdikatur
Der zunehmend unter Druck geratene pakistanische Staatschef Pervez Musharraf hat sich dazu durchgerungen, als Armeechef abzutreten, um den legalen Charakter seiner angestrebten Bestätigung im Amt des Präsidenten nicht zu gefährden. Nach Ansicht von politischen Beobachtern in Islamabad legte Musharraf großen Wert darauf, einen loyalen Nachfolger als Armeechef zu finden, um nicht selbst Opfer einer Intervention der Streitkräfte zu werden. 1999 hatte der Armeechef Musharraf gegen die zivile Regierung von Nawaz Sharif geputscht.
Der neue pakistanische Armeechef General Ashfaq Kiyani stand bis Mitte September an der Spitze des mächtigen Geheimdienstes ISI, der als "Staat im Staat" gilt. Westliche Diplomaten vertraten wiederholt die Meinung, dass Musharraf gegenüber der ISI-Führung nur einen eingeschränkten Manöverspielraum habe. Der politische Analyst Talat Masood bezeichnete Kiyani gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP als gute Wahl: "Er wird die Kluft zwischen Zivilisten und Armee überwinden." Musharraf selbst schrieb in seiner Autobiografie über den ehemaligen Geheimdienstchef: "Wenn Kiyani durchgriff, verschwanden die Koordinierungsprobleme, und die Behörden arbeiteten wie gut geölte Maschinen".
Skurrile "Freundschaften"
Der Geheimdienst ISI hatte 1996 die Taliban-Machtergreifung in Afghanistan ermöglicht. Musharraf hatte vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA die Taliban unterstützt. Nach dem 11. September hatte er sich auf die Seite der USA gestellt, die mit ihren Verbündeten militärisch intervenierten und das Taliban-Regime stürzten. Politische Beobachter in Islamabad meinten, Pakistan lasse den Taliban freie Hand, um den Amerikanern seinen Anspruch auf eine wichtige Rolle in Afghanistan vor Augen zu führen. Musharraf reagiere damit auch auf amerikanische Kritik am Demokratiedefizit seines Regimes und auf die Annäherung zwischen den USA und Indien. Die Taliban hatten ihre Angriffe in den vergangenen Monaten ständig verstärkt. (apa/red)
