Dienstag, 2. Oktober 2007

Iranische Parlamentarier gegen Benetton:
Sei "kulturelle Invasion aus dem Westen"

  • Übt einen schlechten Einfluss auf iranische Frauen aus
  • Auch der Bürgermeister von Teheran im Kreuzfeuer

Eine Gruppe iranischer Parlamentarier hat eine Protestkampagne gegen die italienische Modegruppe Benetton gestartet, die in den vergangenen zwei Jahren in Teheran vier Filialen eröffnet hat. Benetton habe einen "schlechten Einfluss" auf die iranischen Frauen, lautet die Meinung fünf konservativer Parlamentarier.

Dies betonten sie in einem an Benetton addresssierten Protestbrief. In den betreffenden Geschäften sehe man außerdem keine Schilder in Farsi-Sprache, sondern nur auf Englisch.

Die Parlamentarier attackierten zudem den Bürgermeister von Teheran, den Konservativen Mohammad Baqer Qalibaf, der der Modegruppe Unterstützung sichere, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Dienstag. Dem Protest schloss sich auch die Parlamentarierin Fatemeh Alia an, die wegen ihrer Kampagnen gegen ungenügend verschleierte Frauen bekannt ist. Sie führt seit Jahren scharfe Protestaktionen gegen die "kulturelle Invasion aus dem Westen".

Benetton wies die Vorwürfe zurück. "In unseren iranischen Geschäften verkaufen wir nur Sportbekleidung, unsere Kollektionen sind dort dieselben, die wir im ganzen Nahen Osten vertreiben", betonte ein Benetton-Sprecher. Seiner Ansicht nach sei das wahre Ziel der Kampagne gegen Benetton der Bürgermeister von Teheran. (APA/red)

2.10.2007 11:36