Freitag, 5. Oktober 2007

"Botschafts-Bomber" in Gefängnis-Klinik: Mutmaßlicher Attentäter hat 'psychische Probleme'

  • Verlegung nach Anordnung des Justizanstalts-Arztes

Der 42-jährige Bosnier Asim C., der versucht hat mit einer Rucksack-"Bombe" in die US-Botschaft in Wien zu gelangen, befindet sich in der Krankenabteilung der Justizanstalt der Bundeshauptstadt. Der Mann aus Tulln, der nach dem versuchten Anschlag in Untersuchungshaft genommen wurde, habe "psychische Probleme", sagte Gerhard Jarosch, Sprecher der Staatsanwaltschaft, zur APA. Der Arzt der Justizanstalt habe daher seine Verlegung angeordnet.

Der zweite Verdächtige Mehmed D. befindet sich ebenfalls weiter in Untersuchungshaft. Er wurde von Asim C. als Auftraggeber bezeichnet, streitet eine Beteiligung bisher aber ab. Derzeit gehe man nicht von einem islamistisch-extremistisch motivierten Terroranschlags-Versuch aus, bestätigte Jarosch einen entsprechenden Bericht der Internetseite orf.at. "Jetzt gerade haben wir keine Hinweise dafür." Die Ermittlungen laufen allerdings weiter in alle Richtungen, bei derartigen Fällen müsse man immer "genau hinsehen".

Untersuchung der "Bombe" dauert noch an
Über den Geisteszustand des verhinderten Attentäters soll ein gerichtspsychiatrisches Gutachten erstellt werden. Die Untersuchung der Rucksack-"Bombe" dauert weiter an. Noch ist unklar, ob die beiden Handgranaten, die Zündmitteln und der Sprengstoff explodieren hätten können.

Bei einem gewöhnlichen Security-Check am Eingang der US-Botschaft wurde der Rucksack von Asim C. durchleuchtet und die Scanner schlugen Alarm. Der 42-Jährige versuchte zu flüchten, wurde allerdings von der Polizei festgenommen. Der zweite Verdächtige wurde an seiner Wohnadresse in Tulln widerstandslos festgenommen.

(apa/red)

5.10.2007 15:17