Freitag, 5. Oktober 2007

"Geht mir richtig schlecht": Videobotschaft von verschwundener Arigona aufgetaucht

  • 15-jähriges Mädchen hält sich weiterhin versteckt
  • Jüngere Geschwister sollen zurückkehren dürfen

Im Fall der seit mehr als einer Woche verschwunden Arigona Zogaj ist dem ORF eine Videobotschaft des Mädchens zugespielt worden. "Ich komme erst raus, wenn ich sehe, dass meine Geschwister bei meiner Mutter sind", sagte die 15-Jährige in der Aufnahme, die auszugsweise in der "ZiB" um 13.00 Uhr gezeigt und auf der Website des ORF Oberösterreich zitiert wurde. Ihre Selbstmorddrohung, die sie bereits in einem Brief geäußert hatte, erneuerte sie. Im Kosovo sehe sie keine Chance, "dann bring ich mich lieber um".

Das Video ist etwa fünf Minuten lang. Arigona sitzt in einem kahlen Raum. Es gehe ihr nach der Abschiebung ihres Vaters und ihrer Geschwister "richtig schlecht", sie habe Angst, selbst in den Kosovo zurückkehren zu müssen. "Dort unten habe ich keine Zukunft", befürchtet sie, "man kann keine Ausbildung machen", auch ihre Eltern hätten keinen Job. Sie appellierte unter Tränen an Innenminister Günther Platter (V), zumindest ihre beiden jüngeren Geschwister aus dem Kosovo zurückkehren zu lassen.

Sie habe sich in Österreich eingelebt, im Kosovo kenne sie außer ihrer Großmutter niemanden. "Ich will nur, dass wir wie bisher hier leben können." Ihre Selbstmorddrohung, die sie bereits in einem Brief geäußert hatte, wiederholte sie: "Ich will niemanden erpressen", sagte Arigona, "aber das mit dem Selbstmord habe ich ernst gemeint."

"Ich verstehe überhaupt nicht, warum uns der Herr Platter nicht die Möglichkeit gibt, dass wir weiter hier in Österreich bleiben dürfen. Wir haben nämlich gar nichts gemacht. Ich vermisse meine Familie sehr. Ich will, dass zumindest meine kleinen Geschwister zu meiner Mutter zurückdürfen", bittet sie.

Der Vater und vier Geschwister des Mädchens waren vor zehn Tagen abgeschoben worden. Seither ist die 15-Jährige untergetaucht. Ihre Mutter, die vorerst bleiben durfte, um nach ihr zu suchen, liegt mit einem Nervenzusammenbruch im Spital. (apa/red)

5.10.2007 14:28