Dienstag, 2. Oktober 2007

Familie aus der Steiermark abgeschoben: Peggau kämpfte vergebens um Familie Milici

  • Ehepaar und 6 Kinder trotz Solidarität weggeschickt
  • Politiker-Appell an Minister Platter blieb unerhört

Lange hat man in Peggau nahe Graz für einen Verbleib der achtköpfigen Familie Milici aus dem Kosovo in Österreich gekämpft - die Anstrengungen waren aber vergebens: Jetzt wurden Prenke und seine Frau Lajde sowie ihre sechs Kinder in ein Flugzeug gesetzt und in ihre Heimat zurückgebracht. In Peggau, wo die Familie seit 2006 "voll integriert" gelebt hat, zeigte man sich enttäuscht. Die Grünen üben heftige Kritik an Innenminister Platter. Sie fordern einen sofortigen Abschiebestopp.

Vor rund zwei Jahren war die christliche Familie aus dem Kosovo geflüchtet und nach Österreich gekommen. Zuerst lebte das Ehepaar Prenke und Lajde, beide 38 Jahre alt, in Oberösterreich und kam Anfang 2006 nach Peggau. Gegen einen negativen Asylbescheid hatte die Familie beim Verwaltungsgerichtshof (VwGH) Beschwerde eingelegt. Der VwGH hat im Frühjahr die Behandlung dieser Beschwerde abgelehnt.

"Für uns ist das eine Tragödie. Wir haben natürlich gewusst, dass es schwierig wird. Aber ich persönlich habe mir nicht vorstellen können, dass man eine Familie mit sechs minderjährigen Kindern so eiskalt abschiebt", meinte der Bürgermeister von Peggau, Werner Rois, im APA-Gespräch am Dienstag. "Das jüngste Kind - der einzige Bub - ist eineinhalb Jahre alt. Christian ist sogar bei uns auf die Welt gekommen."

Die Töchter des Ehepaares - Loretta (15), Leonita (13), Margona (10), Antigona (8) und Mimoza (6) - besuchten die Volks- bzw. Hauptschule der Gemeinde. "Sie waren sehr brav und gut in der Schule", so Rois. Die ganze Familie sei voll integriert gewesen, spreche gut Deutsch. In der Schule wurden rund 500 Unterschriften für den Verbleib der Familie gesammelt, der Bürgermeister erhielt Unterstützungsbriefe und -E-Mails.

Verschiedene Politiker und Institutionen übten Kritik an der geplanten Abschiebung. Landeshauptmann Voves hatte in einem Brief an Innenminister Platter appelliert, "Menschlichkeit walten zu lassen und der Familie ihren weiteren Aufenthalt in Österreich zu ermöglichen". Doch genützt hat das nichts: Die Familie wurde in ein Charterflugzeug Richtung Kosovo gesetzt.

(apa/red)

2.10.2007 13:25