Freitag, 28. September 2007

Wohnbauförderung stieg 2006 um 15 %: Im
längjährigen Vergleich aber stark rückläufig

  • Neue thermische Grenzwerte bei Neubau & Sanierung

Wohnungen und Eigenheime sind in Österreich 2006 wieder stärker gefördert worden - nach einem Rückgang im Jahr davor. Die Förderungsausgaben der Länder haben um 15 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro zugelegt. Im langjährigen Vergleich ist die Zahl der geförderten Projekte allerdings stark rückläufig, so eine Studie des Instituts für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW).

Wirklich sprunghaft nach oben bewegen sich dafür die Ausgaben für Wohnbeihilfe. Sie hat sich um 13 Prozent auf knapp 250 Mio. Euro erhöht. Zu wünschen übrig lässt die Sanierungsförderung - sie stagniert bei rund 530 Mio. Euro. Erfreulich entwickle sich die verstärkte Förderung von Niedrigenergie-Objekten. Die Entwicklung ist bundesländerweise stark unterschiedlich.

Mehrere Bundesländer haben rückläufige Förderausgaben (Kärnten, Vorarlberg, Wien, Burgenland), während Salzburg und die Steiermark stark steigende Ausgaben aufweisen - vor allem wegen hoher nicht wohnbaurelevanter Förderungen. Die Ausgabensteigerung in Niederosterreich kompensiert entsprechende Rückgänge 2005 infolge der damaligen Einführung neuer Fördermodelle.

Die Wohnbauförderung hat sich im Vorjahr laut IIBW grundlegend geändert. So haben alle Bundesländer - gemäß Vereinbarung zwischen Bund und Ländern - ambitionierte thermische Grenzwerte in den Bereichen Neubau und Sanierung eingeführt, um den Kyoto- Klimaschutzzielen näher zu rücken. Des Weiteren nutzen die Länder die Wohnbauförderung in stark steigendem Maß für nicht-baurelevante Maßnahmen wie etwa die Wohnbeihilfe. Bisher nicht eingetreten sei die vielfach angekündigte forcierte Hinwendung zur Sanierung. Die Ausgaben stagnieren, der prozentuelle Anteil an den gesamten Förderausgaben ist sogar deutlich gesunken.

(apa/red)

28.9.2007 14:41