Riecht Testosteron nach Urin oder Vanille? Stinken oder Duften ist genetisch festgelegt
- Riechgen durch Geruchsskala und Gentest gefunden
- 400 Teilnehmer schnüffelten an gesamt 66 Gerüchen
Der Geruch einer Person kann auf manche Menschen anziehend, auf andere dagegen abstoßend wirken. Wie ein Mensch den Geruch von Androstenon empfindet, einem Abbauprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron, hängt offenbar von einem einzelnen Gen ab, wie amerikanische Forscher entdeckten. Die Ausprägung dieses Erbmerkmals entscheidet darüber, ob die etwa in Harn und Schweiß auftretende Substanz wie Urin riecht oder eher wie Vanille duftet.
Die Forscher der New Yorker Rockefeller Universität ließen 400 Teilnehmer an 66 Gerüchen in unterschiedlichen Konzentrationen schnüffeln und diese auf einer Skala bewerten. Zudem untersuchten die Forscher die Erbanlagen der Teilnehmer anhand von Blutproben. Dabei stießen sie laut einem Bericht der Zeitschrift "Nature" auf das Gen für den Geruchsrezeptor OR7D4, der von Androstenon aktiviert wird.
Ob die Personen den Geruch des Stoffes als angenehm oder als eklig empfanden, hing davon ab, welche von zwei Varianten des Gens für den Rezeptor die Teilnehmer hatten. Für die einen Teilnehmer roch die Substanz nach Urin, andere erspürten dagegen einen Hauch von Vanille. Überraschend war zudem, dass ein großer Teil der Versuchspersonen Androstenon gar nicht wahrnehmen konnte.
(apa/red)
