Sonntag, 30. September 2007

Ungarn verhängt Strafe gegen die OMV:
OMV-Chef Ruttensdorfer: "Wir berufen"

  • 100.000 Euro wegen Irreführung der Kleinaktionäre
  • Schnellverfahren laut OMV 'rechtsstaatlich bedenklich'

Die Absichtserklärung der österreichischen OMV, den MOL-Aktionären 32.000 Forint (128 Euro) für ihre Aktien zu bieten, sei eine "irreführende Information" des Marktes gewesen. Zu diesem Schluss kam in der abgelaufenen Woche die ungarische Finanzmarktaufsichtsbehörde (PSZAF) und verhängte, wie berichtet, gegen den österreichischen Mineralölkonzern eine Strafe von umgerechnet 100.000 Euro. Die OMV will diesen Bußgeldentscheid wie erwartet nicht auf sich sitzen lassen.

OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer teilte in einem Interview in der Tageszeitung "Österreich" mit: "Wir werden Berufung einlegen." Von Seiten der Investoren der MOL sehe er "großes Interesse" an einer Fusion, so Ruttenstorfer. In einer Pressekonferenz in Wien hatte sich der US-Fonds Templeton, der nach eigenen Angaben etwa gleich hohe Beteiligungen an den Öl-Konzernen OMV und MOL hält, für die Fusion ausgesprochen.

"Rechtsstaatlich bedenklich?"
Schon zuvor hatte die OMV das Schnellverfahren, das zur Verhängung der Strafe in Ungarn geführt habe, als "rechtsstaatlich bedenklich" bewertet, da es dem sowohl in Ungarn als auch in der EU geltenden Grundrecht des Parteiengehörs widerspreche. Den Vorwurf der ungarischen Behörde, wonach die OMV die Markttransparenz beeinträchtigt habe, wies das österreichische Unternehmen zurück: Der Zweck der veröffentlichten Absichtserklärung sei es im Gegenteil gewesen, die Markttransparenz zu erhöhen, so OMV-Sprecher Thomas Huemer. Angekündigt wurde, sich gegen die Strafe mit allen juristischen Mitteln zu Wehr zu setzen. (apa/red)

30.9.2007 11:19