Konjunktur wächst heuer um etwa 3,3 %: Prognosen für 2008 aber deutlich schlechter
- Inlandskonsum enttäuscht weiter - hinter 2006 zurück
- Krise an den Finanzmärkten ist Unsicherheitsfaktor
·GRAFIK: Konjunktur-
prognose Österreich
Arbeitslose, Privatkonsum
und Wirtschaftswachstum
Die österreichische Konjunktur wird im heurigen Jahr unerwartet stark zulegen können, aber 2008 deutlich an Tempo verlieren. Wifo und IHS haben in ihren am Freitag veröffentlichten Prognosen das reale Wirtschaftswachstum 2007 auf 3,4 (Wifo) bzw. 3,2 Prozent (IHS) angehoben, was gegenüber der letzten Prognose von Juni ein leichtes Plus von 0,2 (0,1) Prozentpunkten bedeutet.
Dafür sind die Wirtschaftsforscher für das kommende Jahr etwas pessimistischer als zuletzt: Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird 2008 demnach nur mehr um 2,4 Prozent (Wifo) bzw. 2,6 Prozent (IHS) zulegen. Die gegenwärtigen Konjunkturrisiken sind jedoch beträchtlich, betonen die Institute in ihren Herbstprognosen.
Beide rechnen mit einem beträchtlichen Abschwung in den USA; sogar eine Rezession wird nicht ausgeschlossen. Als Unsicherheitsfaktoren werden ferner die Krise an den Finanzmärkten, die mögliche weitere Aufwertung des Euro und Immobilienkrisen auch in einzelnen europäischen Ländern genannt.
Mit den prognostizierten Werten würde die heimische Volkswirtschaft heuer sogar gleich schnell wachsen wie im starken Jahr 2006. Konjunkturmotor sind dieses Jahr weiter die Exporte. Dagegen wird der Inlandskonsum weder heuer noch im nächsten Jahr wirklich anspringen und sogar hinter dem mageren Wachstum 2006 zurückbleiben. Das Wifo rechnet für 2007 nur mehr mit einem Plus der privaten Konsumausgaben von 1,9 Prozent, für 2008 mit 2,1 Prozent. Auch das Institut für Höhere Studien ist in Sachen Verbraucherkonjunktur nicht optimistisch: Erwartet wird ein Plus von 2,0 (2007) bzw. 2,2 Prozent (2008).
Wifo und IHS rechnen mit einem kräftigen Wachstum bei den unselbstständig Beschäftigten, glauben aber nicht, dass die Arbeitslosenraten zusätzlich sinken. Die Wifo-Experten meinen, dass die Arbeitslosenquote 2007 auf 6,3 Prozent und 2008 auf 6,2 Prozent sinken wird. 2006 belief sie sich noch auf 6,8 Prozent.
(apa/red)

