Startschuss für die Herbstlohnrunde 2007:
Arbeitgeber wollen "vernünftiges Ergebnis"
- 160.000 Arbeiter und Angestellte davon betroffen
- ÖGB drängt auf Stärkung der Masseneinkommen

·GRAFIK: Metaller-
Abschlüsse seit 1996
In Relation zu Inflation und Wirtschaftswachstum
Der Startschuss für die heurige Herbstlohnrunde für rund 160.000 Arbeiter und Angestellte der Metallbranche ist gefallen. Die Arbeitnehmervertreter übergaben im Haus der Industrie ihre Forderungen an die Arbeitgebervertreter. Ein genauer Prozentsatz wurde in den Forderungen noch nicht genannt. Der Metaller-KV-Abschluss hat traditionellerweise Signalwirkung für die übrigen Branchen.
Der ÖGB drängt auf eine Stärkung der Masseneinkommen. Die Hochkonjunktur drohe, an den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vorbeizuziehen, der Lohnzuwachs werde von Lohnsteuer und Preissteigerungen aufgefressen, warnte der Leitende Sekretär im ÖGB, Richard Leutner. Im Vorjahr lag der Metallerabschluss bei einer Lohnerhöhung von 2,6 Prozent und einer flexiblen Einmalzahlung, je nach Ertragslage des Unternehmens.
"Die Sozialpartnerschaft funktioniert"
"Wir erwarten heuer zähe und langwierige Verhandlungen", sagte Gewerkschafter Proyer vor Beginn der Gespräche. Die Gewerkschaft fordere einen deutlich höheren Abschluss als im Vorjahr. Die Wirtschaft entwickle sich gut, konstatierte Proyer. Nun gelte es, dies auch in deutlich höhere Löhne umzusetzen.
Der Verhandlungsleiter für die Arbeitgeber, Haslauer, erläuterte, die Arbeitgeber wollten ein "vernünftiges Ergebnis" erreichen. Dezidiert wandte sich Haslauer gegen "Wünsche und Zurufe" von Außenstehenden, dadurch ließen sich die Sozialpartner nicht beeinflussen. "Die Sozialpartnerschaft funktioniert", unterstrich er. Zuletzt trat heute die Kärntner SPÖ-Chefin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig für eine Lohnerhöhung von 4 Prozent ein.
Vorerst keine konkreten Zahlen
Es wurden keine Prozentzahlen genannt, sondern die wirtschaftlichen Kennzahlen außer Streit gestellt. Der erste echte Verhandlungstermin folgt am 4. Oktober. Dann werden sich die Teams von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) treffen und vermutlich erstmals konkrete Zahlen auf den Tisch legen.
Konsumentwicklung trotz Hochkonjunktur schwach
Der Leiter der Abteilung Volkswirtschaft in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Peter Mooslechner, erwartet heuer etwas höhere Abschlüsse bei den Lohnverhandlungen. "Ich könnte mir vorstellen, dass es leicht höhere Abschlüsse gibt", sagte Mooslechner im Ö1-Morgenjournal des ORF-Radio. Von höheren Löhnen hätten sicher alle etwas, weil dann der Konsum steigen würde und die Konjunktur belebt werde. Trotz Hochkonjunktur sei die Konsumentwicklung immer noch ungewöhnlich schwach, konstatiert der OeNB-Experte. Höhere verfügbare Einkommen der Haushalte würden daher sicherlich zu einem weiteren Impuls für die Konjunkturentwicklung in Österreich beitragen. (apa/red)

