Montag, 24. September 2007

MEL plant nun weitreichende Änderungen:
"Offensiv" gegen "Image-Turbulenzen"

  • "Vertrauen der Investoren soll gestärkt werden"
  • Unternehmensstruktur soll neu angepasst werden

Nach den schweren Turbulenzen rund um Meinl European Land hat das Unternehmen weitreichende Veränderungen in Aussicht gestellt. Das Management kündigte "Veränderungen in der gesamten Unternehmensstruktur" an. Außerdem will die an der Wiener Börse notierte MEL, die derzeit noch auf der Kanal-Insel Jersey sitzt, schrittweise freiwillig die "Grundsätze des österreichischen Aktienrechtes" anwenden.

Das Management werde "alles in seiner Macht und Verantwortung stehende tun, um den Unternehmenswert weiter zu erhöhen und das Vertrauen unserer Investoren zu stärken", betonte die MEL-Führung in einer Börsenmitteilung. Die möglichen "Veränderungen in der gesamten Unternehmensstruktur" umfasse auch eine mögliche Verlegung des Firmensitzes von Jersey nach Wien. Aber auch unabhängig davon will die MEL künftig den österreichischen Corporate Governance Kodex einhalten.

MEL hat weiters die Investmentbank Merril Lynch beauftragt, strategische Partnerschaften auszuloten. Aus dem Meinl-Umfeld hieß es, ein neuer Partner stehe bereits "vor der Türe". Am Prüfstand stehen außerdem auch die "Vor- und Nachteile eines internen und eines externen Managements sowie der damit in Zusammenhang stehenden Fee- Struktur", sprich also eine mögliche Zusammenlegung der derzeit externen Management-Gesellschaft (Meinl European Real Estate Limited) mit der eigentlich MEL Ltd.

Gleichzeitig überlegt das Unternehmen auch eine Einziehung der 150 Millionen sogenannten "partly paid shares", für die nur einen Cent per Stück einbezahlt wurden, die aber für ein Drittel der MEL- Stimmrechte stehen. Bis zuletzt hat sich das Unternehmen trotz heftiger Anleger-Kritik bedeckt gehalten, wem diese Stimmrechte zugeordnet sind. Der Finanzmarktaufsicht versprach die MEL-Führung außerdem eine konstruktive Zusammenarbeit.

Finanzdienstleister sehen Handlungsbedarf
Nach den jüngsten Entwicklungen in der Meinl-Affäre, die mittlerweile die Staatsanwaltschaft, die Finanzmarktaufsicht (FMA) und die Österreichische Nationalbank (OeNB) auf den Plan gerufen hat, orten heimische Finanzdienstleister dringenden Handlungsbedarf beim Gesetzgeber. Martin Mikulik, Vorstand der Security Kapitalanlage Aktiengesellschaft (KAG), verlangt "einheitliche Regelungen, die für alle gelten".

Die Ungleichbehandlung zwischen heimischen Kapitalanlagegesellschaften, die dem strengen Investmentfondsgesetz verpflichtet sind und von der FMA überprüft werden, und ausländischen Anbietern müsse ein Ende haben, so Mikulik im Gespräch mit der APA: "Ich habe es satt, als stockkonservativ, zu wenig innovativ und risikofreudig zu gelten, weil ich darauf achte, dass unser Unternehmen hundertprozentig seriös ist. Ich kann einfach keine 20 Prozent Rendite versprechen. Dafür halte ich das, was ich verspreche."

(apa)

24.9.2007 17:07