Montag, 24. September 2007

Österreichs EU-Nettobeitrag ist gestiegen:
Differenz erhöht sich von 277 auf 302 Mio.

  • Das entspricht 0,12% des Bruttonationaleinkommens
  • Österreichs Beitrag war 2003 und 2004 noch höher

Der österreichische Nettobeitrag an die EU ist 2006 wieder gestiegen. Die Differenz aus dem nach Brüssel gezahlten Bruttobeitrag und den Rückflüssen betrug im Vorjahr 302,2 Millionen Euro, wie aus dem in Brüssel vorgelegten Haushaltsbericht der EU-Kommission hervorgeht. 2005 hatte Österreich noch netto 277,9 Millionen Euro nach Brüssel überwiesen.

In den Jahren 2003 und 2004 war der österreichische Nettobeitrag dagegen mit 330,9 Millionen bzw. 365,1 Millionen Euro noch höher. Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung betrug der 2006 geleistete österreichische Beitrag 0,12 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE), 2005 waren es 0,11 Prozent. Im Vergleich dazu erhielt Griechenland 2,68 Prozent seiner Wirtschaftsleistung aus EU-Hilfen, die Niederlande zahlten 0,47 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens nach Brüssel. Bei den Haushaltssalden sind die EU-Verwaltungskosten, die vor allem an Belgien und Luxemburg fließen, ausgeklammert.

EU-Budgetkommissarin Dalia Grybauskaite zeigte sich am Montag in Brüssel unzufrieden mit der Ausschöpfung der EU-Strukturfonds. Diese lag im Vorjahr bei den 2004 beigetretenen EU-Staaten mit 57 Prozent noch deutlich unter dem Durchschnitt der 15 alten EU-Staaten (75 Prozent). Österreich nimmt mit einer Ausschöpfungsrate von 86 Prozent
hinter Irland diesbezüglich den zweitbesten Platz ein. Polen dagegen schöpfte nur 57 Prozent ab, Tschechien sogar nur 46 Prozent.

Größter "Zahlmeister" der EU blieb 2006 Deutschland, das mit brutto 20,5 Milliarden Euro fast ein Fünftel des EU-Budgets trägt. Dahinter liegen Frankreich (16,6 Mrd.), Italien (13,5 Mrd.) und Großbritannien (12,4 Mrd.). Der größte Empfänger von EU-Mitteln war in absoluten Zahlen Frankreich (13,5 Mrd. Euro), gefolgt von Spanien, Deutschland, Italien und Großbritannien. Bei Strukturhilfen profitierten Spanien, Italien und Deutschland am stärksten; bei den Agrarzahlungen waren Frankreich, Spanien und Deutschland die größten Empfängerländer.

(apa/red)

24.9.2007 14:30