Sonntag, 30. September 2007

Rapid verpatzt die UEFA-Cup-Generalprobe:
Pacult hadert mit der Chancenverwertung

  • Altach schafft ersten Vorarlberger Sieg im Hanappi
  • Stimmung bei Wacker vor Abstiegsduell im Keller

Österreichs Fußball-Rekordmeister SK Rapid hat neuerlich die Generalprobe für das UEFA-Cup-Duell mit Anderlecht verpatzt. Vor zwei Wochen waren die Hütteldorfer im Hanappi-Stadion 1:5 gegen Sturm untergegangen, nun folgte in der 13. Bundesliga-Runde ein überraschendes 0:2 gegen SCR Altach.

Trainer Peter Pacult war danach über den Rückfall auf Tabellenplatz sechs enttäuscht. "Wir haben uns drei Punkte ausgerechnet, aber wenn du in einem Heimspiel kein Tor machst, hast du es auch nicht verdient zu punkten." Der Wiener haderte vor allem mit der mangelnden Chancen-Auswertung. "Bei Stürmern gibt es eben Phasen, in denen man gar nicht weiß, warum man trifft, und dann solche, in denen es nicht so gut rennt", erklärte Pacult und wies auch auf zwei Aluminium-Treffer seiner Mannschaft gegen die Vorarlberger hin. "Vielleicht fehlen uns im Moment ein bisschen die entscheidenden Zentimeter."

Nun gelte es, die Partie so schnell wie möglich abzuhaken und sich auf das Duell mit Anderlecht am kommenden Donnerstag vor eigenem Publikum vorzubereiten. "Wir müssen jetzt in Ruhe weiterarbeiten und nicht gleich alles in Frage stellen", forderte der frühere 1860-München-Betreuer nach der historischen Niederlage.

Carreno schreibt Geschichte
Erstmals gelang es einer Vorarlberger Mannschaft, die "Festung Hanappi-Stadion" einzunehmen. Hauptverantwortlich dafür war der Altacher Innenverteidiger Fernando Carreno, der beide Treffer erzielte. "Wir freuen uns sehr, diese drei Punkte kommen für uns unerwartet", jubelte der Uruguayer mit italienischem Pass, der nach eigenen Angaben in seiner Profi-Karriere noch nie zwei Treffer in einem Spiel erzielte.

Der 28-Jährige startete seine Karriere in Montevideo und war Mitglied jenes U20-Teams von Uruguay, das 1999 WM-Vierter wurde. 2004 verschlug es ihn in die Schweiz, wo er zunächst ein Jahr für Young Boys Bern und dann für Aarau spielte, ehe er im Sommer nach Altach wechselte. Für die Vorarlberger brachte es Carreno in 13 Runden "nur" auf 7 Einsätze, weil er erst kürzlich einen Bänderriss im Knöchel überstanden hatte.

Gegen Rapid bekam der Südamerikaner erstmals seit dem 11. August (1:3 in Graz gegen Sturm) wieder das Vertrauen von Trainer Manfred Bender, der mit diesem Schachzug die Weichen für den ersten vollen Erfolg in der Fremde seit dem 21. Oktober des Vorjahres (1:0 in Innsbruck) stellte. "Es ist schön, dass wir den Auswärtsfluch endlich beendet haben. Wir sind zuletzt schon oft knapp davor gestanden", sagte der Coach.

Altach will sich von Innsbruck absetzen
Für seinen Club gehe es nun darum, "dass wir so früh wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben". Eine große Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang die Partie auswärts gegen Schlusslicht Wacker zu. "Wir fahren jetzt mit breiter Brust zu den Innsbruckern, der ganze Druck liegt bei ihnen", erklärte der Bayer, der in diesem Match sogar schon mit einer kleinen Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt spekuliert. "Wenn die Tiroler nicht gewinnen, wird es auch nichts nützen, wenn das Land Tirol im Winter noch so viel Geld in den Verein pumpt."

Von neuen Finanzspritzen ist Wacker derzeit aber ohnehin fast genauso weit entfernt wie von Platz neun. Nach dem 1:3 in Mattersburg beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer schon sechs Punkte, was Trainer Lars Söndergaard zu folgenden Aussagen veranlasste: "Die Situation macht mich nachdenklich, mit der Serie ohne Sieg ist es derzeit mühsam und macht nicht viel Spaß. Momentan sieht es so aus, dass ich die Mannschaft nicht erreiche, aber ich versuche, mein Bestes zu geben", erklärte der Däne, dem Obmann Gerhard Stocker trotz der 16. siegloses Partie en suite das Vertrauen aussprach.

Vastic jubelt gegen Sturm nur mäßig
Die Mattersburger schafften mit dem Erfolg zumindest vorläufig den Sprung auf Platz zwei, weil sich der LASK in Linz gegen Sturm Graz mit einem 2:2 begnügen musste. An seinem 38. Geburtstag sorgte Ivica Vastic per Freistoß für den Endstand, verzichtete unmittelbar danach aber auf Freudentänze. "Es war nicht einfach, nach so vielen schönen Jahren bei Sturm über das Tor zu jubeln."

Ried ist wieder dran
Die zweite oberösterreichische Liga-Mannschaft hat unterdessen den Anschluss an die oberen Tabellenregionen geschafft. Durch den 3:1-Heimsieg gegen Austria Kärnten liegt die SV Ried zwar weiterhin auf Rang sieben, auf den aktuellen Tabellen-Zweiten Mattersburg fehlen aber nur drei Punkte. Die Klagenfurter hingegen fielen nach der dritten Niederlage in Folge an die vorletzte Stelle zurück.

(apa/red)

30.9.2007 13:35