Wacker Innsbruck immer tiefer in der Krise:
Tiroler schon sechs Punkte hinter Rang neun
- Geplante Umstrukturierungen sind auch noch nicht fix
- Bisher noch keine Trainerdiskussion um Söndergaard

·Innsbruck auch vs. Matterburg ohne Glück
Burgenländer gewinnen daheim dank Jancker 3:1
Der FC Wacker Innsbruck schlittert immer tiefer in eine veritable Krise. Zur sportlichen Misere - den Tirolern fehlen schon sechs Punkte auf Platz neun - gesellen sich auch Probleme im organisatorischen Bereich. Die präsentierten Umstrukturierungen in der Vereinsführung mit dem früheren Tiroler Wirtschaftslandesrat Ferdinand Eberle als neuen Präsidenten sind laut Obmann Gerhard Stocker noch lange nicht unter Dach und Fach.
Eberle sollte in der ihm zugedachten Rolle seine Kontakte zu Wirtschaft und Politik spielen lassen und so für höhere Sponsor-Einnahmen sorgen, Stocker als geschäftsführender Obmann weiterhin die Geschicke des Clubs leiten. Fix ist diese Lösung aber noch nicht. "Die Frage ist, ob das wirklich so kommt, wie es bekanntgegeben worden ist", meinte Stocker.
Dem Mitglied des Bundesliga-Aufsichtsrats wurden zwar in mehreren Gesprächen Zusicherungen gemacht, in schriftlicher Form hat der Tiroler aber nichts in der Hand. "Ich lasse mich zu 0,0 Prozent auf Versprechungen ein, sondern brauche schriftliche Bestätigungen", betonte Stocker. Erst wenn Garantien eintreffen, kann der Obmann eine Generalversammlung einberufen, in der die Neuerungen offiziell abgesegnet werden könnten.
Auch an anderen Fronten hat Stocker mit Problemen zu kämpfen. Nach dem 1:3 in Mattersburg versuchte er in Gesprächen mit zahlreichen Fans, die erhitzten Gemüter abzukühlen und eine gemeinsame Linie vorzugeben. "Wir müssen jetzt mit aller Kraft wieder nach vorne schauen und zusammen den Klassenerhalt schaffen. Wenn wir nicht absteigen, werden wir das wie einen Meistertitel feiern, und ich bin sicher, dass wir nicht absteigen", so Stocker.
Ruf nach Solidarität der Fans
Vielen Anhänger fehlt allerdings der Glaube an einen Verbleib in der Bundesliga, der Obmann fordert von ihnen dennoch eine gewisse Solidarität. "Und wenn das nicht der Fall ist, habe ich in Zukunft lieber ein bisschen weniger Zuschauer, die aber wissen, worum es geht." Der Club-Obmann wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Negativserie zum Teil auch eine Folge von Schiedsrichter-Entscheidungen und zahlreichen Verletzungen sei - diese Tatsache werde von einigen Fans und Medien aber ausgeklammert.
Allen Forderungen nach einer Ablöse von Coach Lars Söndergaard erteilte Stocker einmal mehr eine klare Absage. "Er bleibt auf jeden Fall unser Trainer. Es ist völlig sinnlos, jetzt in Aktionismus auszubrechen, und es gibt auch keine Garantie, dass sich irgendetwas ändert, wenn ein neuer Sportdirektor kommt."
(apa/red)
