Freitag, 28. September 2007

Raich liebäugelt mit dem Gesamt-Weltcup:
'Stehen heuer vor Saison ohne Großereignis'

  • Doppel-Olympiasieger will Abfahrtsdefizit wettmachen
  • ÖSV-Traumpaar Raich/Schild wirbt für Versicherung

Benjamin Raich hat mit seiner Freundin Marlies Schild für den gemeinsamen Sponsor Uniqa in Wien Station gemacht. Und der ÖSV-Star hat dabei genau einen Monat vor dem Weltcup-Auftakt am 28. Oktober in Sölden seine ehrgeizigen Ziele für den großereignislosen Winter 2007/08 formuliert. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht für den Tiroler der Gesamt-Weltcup, den Raich 2006 erstmals gewonnen und 2007 in einem Herzschlagfinale gegen den Norweger Aksel Lund Svindal verloren hat.

"Wir stehen vor einer Saison ohne Großereignis. Da heißt für mich das Ziel ganz klar Gesamt-Weltcup. Dafür habe ich im Sommer sehr hart gearbeitet", meinte Raich, der sich natürlich in seinen Paradedisziplinen Slalom und Riesentorlauf Topchancen auf den Gewinn von kleinen Kristallkugeln ausrechnen darf. "Im Slalom und Riesentorlauf möchte ich ganz einfach meinen hohen Level halten."

Kurskorrektur bei Abfahrten?
Eine Herzensangelegenheit bleibt für den Doppel-Olympiasieger aus dem Pitztal die "Königsdisziplin" Abfahrt. Aber im Gegensatz zum Vorjahr, als er zunächst einen großen Leistungssprung angekündigt und danach eher enttäuscht hatte, äußerte sich Raich in dieser Hinsicht eher reserviert und vorsichtig. "Vielleicht platzt der Knoten schon bald, vielleicht aber auch erst bisschen später", zeigte sich Raich geduldig.

Die Voraussetzungen für die erhofften Topleistungen in der Abfahrt wurden jedoch im Sommer mehr den je geschaffen. "Ich habe in Chile speziell für die Speeddisziplinen trainiert. Punkto Technik und Material." Als wirklichen Abfahrts-Routinier kann man Raich aber noch lange nicht bezeichnen. "Natürlich ist die Erfahrung entscheidend. Und die wächst von Jahr zu Jahr. Aber es ist erst meine vierte echte Abfahrtssaison", rechnete Raich vor.

Zwischenstopp Sölden
Eines von Raichs Zwischenzielen auf dem Weg zur Großen Kristallkugel heißt natürlich Sölden. Dort hat der Sieger von 29 Weltcup-Rennen kurioserweise noch keinen einzigen Podestplatz eingefahren. Und Raich weiß auch warum. "Ich hatte in Sölden schon oft das Problem, dass ich beim Saisonstart einfach zu viel wollte. Deshalb will ich diesmal locker und ohne Verkrampfung ins Rennen gehen."

Das zu Beginn der Beziehung so öffentlichkeitsscheue ÖSV-Traumpaar Raich/Schild ist für das Versicherungsunternehmen Uniqa gemeinsam vor die Kamera getreten. "Er ist mein Partner. Nicht meine Vorsorge", ist als Slogan auf einem Plakat zu lesen, von dem das Liebespaar lacht. Raich meinte zum Schritt, gemeinsam Werbung zu machen: "Wir wollen keinen Paarlauf. Aber das ist wirklich eine gute Sache."

Im Idealfall ein Wahrzeichen
Im Falle von Raich-Siegen im kommenden Winter hat sich Uniqa übrigens etwas ganz Besonderes einfallen lassen. "Wenn Benni gewinnt, werden auf dem Uniqa-Tower in Wien Motive und Sequenzen zu sehen sein. So wird Benni quasi zu einem Wahrzeichen von Wien." (apa/red)

28.9.2007 19:22