Freitag, 28. September 2007

Rasmussen hat sich mit Dynepro gedopt:
Hat aber keine Konsequenzen zu befürchten

  • Nachweisbarkeit ist noch nicht eindeutig geklärt
  • UCI sieht Dynepo als nächste Generation des Dopings

In Urinproben des dänischen Radprofis Michael Rasmussen sind Spuren von Dynepo gefunden worden. Das gab die französische Anti-Doping-Agentur (AFLD) bekannt. Die Urinproben stammen von der Tour de France 2007, bei der Rasmussen als Führender von seinem Rabobank-Team suspendiert und aus dem Rennen genommen worden ist, weil er falsche Angaben über seinen Trainingsort gemacht und damit Doping-Kontroll-Termine verpasst hatte.

Rasmussen gilt allerdings nicht als positiv getestet. Dynepo ist eine Form von EPO (Erythropoietin), das aus menschlichen Zellen hergestellt wird. Die Nachweisbarkeit ist allerdings nicht eindeutig geklärt. "Die Kriterien dazu sind international noch nicht anerkannt, daher ist ein Sportler zwar verdächtig, aber er rutscht durch", hat Günter Gmeiner, der Leiter des österreichischen Anti-Doping-Labors in Seibersdorf, im Juli erklärt.

Das Labor in Chatenay-Malabry, das die Rasmussen-Proben untersucht hat, hat dem internationalen Radsport-Verband (UCI) mitgeteilt, dass Spuren von Dynepo einwandfrei nachgewiesen worden sind.

Bereits seit dem Jahr 2000 ist Chatenay-Malabry auf EPO-Nachweis spezialisiert. Die Nachweismethode für "Dynepo" ist jedoch von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA noch nicht autorisiert und somit auch juristisch nicht verwertbar. "In Chatenay-Malabry wurden seit einem Jahr etwa zehn Fälle von Dynepo-Doping entdeckt", sagte Pierre Bodry, der Präsident der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD, aber die WADA-Kriterien seien für die Neuheit des Pharmamarktes noch nicht gerüstet.

Die UCI zählt "Dynepo" zur "nächsten Generation des Dopings", weil die Muskeln noch effektiver mit Sauerstoff versorgt werden als durch alle anderen EPO-Mittel. Bereits bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City soll das Präparat erstmals verwendet worden sein. "Dynepo" ist ein Human-Erythropoietin-Produkt, das in der Gen-Aktivierungstechnologie entwickelt wurde und in der Europäischen Union zur Behandlung von Anämien in Verbindung mit Nierenerkrankungen zugelassen ist.

(apa/red)

28.9.2007 15:52