Freitag, 28. September 2007

Auftakt zu Bushs umstrittener Konferenz: USA bemühen UN-Bemühungen zum Klima

  • Condoleezza Rice für 'neuen internationalen Konsens'
  • US-Präsident lud 16 Staatsvertreter zum Gespräch

Zum Auftakt der umstrittenen Klimakonferenz in Washington haben die USA die UN-Bemühungen um ein globales Bündnis gegen den Klimawandel unterstützt. "Wir alle brauchen Partner, und wir müssen alle gemeinsam handeln", sagte US- Außenministerin Rice in ihrer Eröffnungsrede. Ein "neuer internationaler Konsens" zum Klimaschutz sei notwendig.

Rice unterstützte die Arbeit der Vereinten Nationen an einem neuen internationalen Klimaschutzabkommen und sprach sich für ein langfristiges Ziel zur Reduktion von Treibhausgasen aus. Gleichzeitig betonte sie aber auch, dass jedes Land selbstständig über geeignete Maßnahmen entscheiden müsse.

Zu der Konferenz im Außenministerium hat US-Präsident Bush Vertreter der 16 Staaten mit dem höchsten Ausstoß von Treibhausgasen eingeladen. An dem zweitägige Treffen nahmen auch die EU-Kommission und die portugiesische EU-Präsidentschaft teil.

Laut einer Umfrage sind nur 20 Prozent der US-Bürger der Meinung, dass Präsident Bush genug für die Umwelt tut. Der von den Demokraten kontrollierte Kongress kommt sogar noch schlechter weg als der unbeliebte Präsident. Nur 16 Prozent der Befragten heißen die Umweltpolitik des Parlaments gut.

Bush wird heute auf der Konferenz das Wort ergreifen. Das Treffen ist umstritten. Kritiker befürchten, dass die USA damit in Konkurrenz zu den Vereinten Nationen treten wollen, die derzeit die Verhandlungen über ein internationales Klimaschutzabkommen für die Zeit nach Auslaufen des Kyoto-Protokolls 2012 vorbereiten.

Zuvor waren in New York Vertreter von rund 150 Staaten zusammengekommen, um die Klimakonferenz auf Bali im Dezember vorzubereiten. Dabei soll es um ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto- Protokoll gehen, das 2012 ausläuft. Rice unterstütze die Ziele der New Yorker Konferenz. "Die USA wollen, dass Bali zum Erfolg wird", sagte sie.

Bei einer Protestkundgebung während der internationalen Klimakonferenz in Washington sind mindestens 47 Demonstranten festgenommen worden. Die Teilnehmer hätten den Eingang des US-Außenministerministeriums blockiert und seien drei Mal verwarnt worden, sagte Außenamtssprecher Tom Casey. Die Festnahmen seinen friedlich vonstatten gegangen. Nach Caseys Worten werden in solchen Fällen üblicherweise die Personalien der Festgenommenen aufgenommen, bevor sie wieder freigelassen werden.

(apa/red)

28.9.2007 07:20