Sonntag, 30. September 2007

"Putins Diktatur herausfordern": Schach-Genie Garri Kasparow will Präsident werden

  • Oppositioneller bewirbt sich um Präsidentschaft

Der frühere Schachweltmeister Garri Kasparow tritt als Kandidat des Oppositionsbündnisses "Anderes Russland" bei der Präsidentschaftswahl im kommenden März an. Bei einem Parteitag stimmten 379 der 494 Delegierten für Kasparow. Das Schachgenie setzte sich damit deutlich gegen seine Mitbewerber durch.

Zu denen gehörten auch Ex-Regierungschef Michail Kassjanow und der frühere Zentralbankchef Viktor Geratschenko. Kasparow war vor gut zwei Jahren in die Politik gegangen. Er wolle die "Diktatur Putins" herausfordern, kündigte Kasparow damals an. In kurzer Zeit wurde er einer der bekanntesten Führer der russischen Opposition. Viele Kritiker des amtierenden Präsidenten Wladimir Putin, der nach zwei Amtszeiten hintereinander im März laut Verfassung nicht antreten darf, trauen ihm zu, die zersplitterte russische Opposition zu einen und zu einer ernstzunehmenden politischen Kraft aufzubauen.

Indes hatte im Rennen um die Nachfolge Putins Vize-Regierungschef Dmitri Medwedew Überraschungskandidaten angekündigt. Es gebe eine ausreichende Anzahl qualifizierter Bewerber, antwortete Medwedew am Sonntag auf die Frage, ob er für die Präsidentschaft im kommenden März kandidieren werde. "Mit manchen rechnet man, mit anderen eher nicht." Ein Antreten bei den Parlamentswahlen im Dezember schloss Medwedew allerdings aus.

Die bisherigen Vize-Regierungschefs Medwedew und Sergej Iwanow galten bis vor kurzem als Favoriten. Nach der Regierungsumbildung gibt es heftige Spekulationen darüber, wem der Staatschef den Weg zu seiner Nachfolge bereiten wird. Auch der bis zu seiner jüngsten Berufung zum Ministerpräsidenten weitgehend unbekannte Viktor Subkow hat mit Putins Unterstützung Interesse an der Präsidentschaft signalisiert.

(apa/red)

30.9.2007 19:39