Malediven: Zwei Tatverdächtige nach dem Bombenanschlag in Park nun festgenommen
- Sprengsatz explodierte bei Moschee in beliebtem Park
- Briten, Japaner und Chinesen unter den Opfern
·Malediven: Touristen durch Bombe verletzt
Nagelbombe in Park: Auch Briten unter Opfern
Bei einem Bombenanschlag auf den Malediven sind mindestens zwölf ausländische Urlauber verletzt worden. Zwei Verdächtige wurden festgenommen, wie die Behörden mitteilten. Ein britisches Paar befand sich nach dem Anschlag in einem Park in der Hauptstadt Male noch im Krankenhaus. Präsident Maumoon Abdul Gayoom machte politische Gegner mitverantwortlich. Es war das erste Mal, dass das Urlauberparadies im Indischen Ozean von einem Bombenanschlag erschüttert wurde.
Nach Angaben von Einwohnern der Hauptstadt explodierte der selbstgebastelte Sprengsatz während einer Touristenführung durch den Park. Zwölf Urlauber aus Japan, China und Großbritannien wurden verletzt, die beiden britischen Hochzeitsreisenden erlitten schwere Brandwunden. Am Tatort wurden Nägel und ein Handy gefunden, mit dem die Bombe ausgelöst worden sein könnte. Der Sultan-Park liegt in der nähe des Hauptquartiers der Streitkräfte.
Einen gezielten Angriff auf Urlauber hatte es auf den Malediven bisher nicht gegeben. Bewohner der 70.000 Einwohner zählenden Hauptstadt wurden durch die Explosion nach Behördenangaben nicht verletzt, weil der Park vor allem von Touristen besucht wird. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.
Präsident Gayoom sagte, seine Gegner trügen eine "Mitschuld" an dem "ersten terroristischen Anschlag auf den Malediven". Sie hätten aus politischen Gründen zum Boykott der Tourismusindustrie aufgerufen und damit den "Frieden und die Stabilität des Landes gefährdet". Den Urhebern des Anschlags drohte der mit harter Hand regierende Präsident, sie würden "hart bestraft".
Die Inselgruppe im Indischen Ozean gehört zu den beliebtesten Reisezielen in Südasien. Die jährliche Urlauberzahl in dem Land, das zu einem Drittel vom Tourismus lebt, beträgt 600.000. Das sind mehr Menschen, als das Land Einwohner hat.
Auf den Malediven gibt es seit längerem politische Spannungen. Seit 1978 wird das Land von Präsident Gayoom regiert. Er gewann im August ein Referendum, wonach das Präsidialsystem beibehalten werden soll. Gayooms Gegner hatten sich für die Einführung eines parlamentarischen Regierungssystems stark gemacht. Sie werfen dem Präsidenten vor, das Ergebnis verfälscht zu haben, die Lage ist seitdem spürbar gespannt.
2003 gab es schon einmal politische Unruhen, bei deren Niederschlagung zahlreiche Regierungsgegner festgenommen wurden. Seitdem sucht Großbritannien zwischen der Regierung und den Oppositionsgruppen zu vermitteln. (apa/red)
