Zwölf Tote bei Terroranschlag in Türkei:
Minibus von Rebellen der PKK angegriffen
- Vorfall ereignete sich in der Grenznähe zum Irak
- Sieben Paramilitärs auch an Bord des Minibusses
Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) haben bei ihrem blutigsten Angriff seit Jahren im Südosten der Türkei zwölf Menschen getötet. Nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Sirnak, Selahattin Apari, beschossen sie in der Nähe des Dorfes Beytüssebab an der Grenze zum Irak einen Kleinbus mit Maschinengewehren.
wölf der 14 Insassen starben, darunter auch sieben sogenannte Dorfwächter - von Ankara rekrutierte und ausgerüstete Paramilitärs, die die Orte in Südost-Anatolien gegen mögliche PKK-Angriffe verteidigen sollen. Am Vortag hatten die Türkei und der Irak ein Abkommen zur Zusammenarbeit im Kampf gegen die PKK unterzeichnet.
Die beiden Überlebenden würden im Krankenhaus behandelt, seien aber außer Lebensgefahr, sagte Gouverneur Apari dem türkischen Fernsehsender NTV. Nach den Angreifern werde mit Hochdruck gefahndet.
Der Angriff auf Zivilisten erinnert an den Beginn des bewaffneten Kampfs der PKK für die Unabhängigkeit der Kurdengebiete im Osten und Südosten der Türkei vor mehr als zwei Jahrzehnten. Seitdem kamen mehr als 37.000 Menschen ums Leben. Die türkische Regierung, die Europäische Union und die USA werten die PKK als terroristische Organisation. Nach Ablauf eines fünfjährigen einseitigen Waffenstillstands verüben die Kurdenrebellen seit Jahresbeginn wieder verstärkt Anschläge und Überfälle.
Die Führung in Ankara geht davon aus, dass tausende PKK-Rebellen im Norden des Irak Unterschlupf finden und von den dortigen Kurden unterstützt werden. Nach mühseligen Verhandlungen einigten sich die beiden Regierungen am Freitag, künftig beim Kampf gegen die PKK stärker zusammenzuarbeiten. Entgegen den türkischen Wünschen erlaubt das Abkommen aber keine grenzüberschreitenden Einsätze der türkischen Armee. (apa/red)
