Donnerstag, 27. September 2007

Blutige Gewalt im Irak geht weiter: 30 Tote bei Autobomben-Anschlägen im Irak

  • Sunniten-Vizepräsident trifft Schiiten-Geistlichen

Durch die Explosion von zwei Autobomben sind in der irakischen Hauptstadt Bagdad 32 Menschen getötet worden. Der Nachrichtensender Al-Arabiya berichtete, bei dem Anschlag in der Nähe eines Marktes seien 30 weitere Menschen verletzt worden.

Die Bomben waren nur wenige Minuten vor Sonnenuntergang und damit direkt vor dem Mahl zum Fastenbrechen (Iftar) der Muslime im Ramadan explodiert. Zuvor wurden damit bei Terroranschlägen und Gefechten im Irak mehr als 65 Menschen getötet. Nun explodierten in Bagdad erneut zwei Autobomben. Nach Polizeiangaben starb ein Zivilist.

In der nordöstlich der Hauptstadt gelegenen Ortschaft Al-Makdadiya wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Aswat al-Iraq bei einer amerikanisch-irakischen Razzia 15 mutmaßliche Angehörige der Terrorgruppe Al-Kaida getötet und zehn Verdächtige festgenommen worden. Die US-Armee berichtete, amerikanische Soldaten hätten im Norden von Bagdad einen mutmaßlichen schiitischen Extremisten getötet.

Als erster sunnitischer Politiker traf unterdessen der irakische Vizepräsident Tarik al-Hashimi mit dem geistlichen Oberhaupt der Schiiten im Irak, Großayatollah Ali al-Sistani, zusammen. Hashimi, dessen Islamische Partei derzeit für einen "nationalen Pakt gegen Extremismus und ausländische Einmischung" wirbt, habe mit Sistani am Donnerstag in der schiitischen Pilgerstadt Najaf "über die jüngsten politischen Entwicklungen" gesprochen, zitierte Aswat al-Iraq einen Sprecher der Stadtverwaltung.

In Najaf seien für den Besuch des sunnitischen Politikers besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Ministerpräsident Nuri al-Maliki und andere schiitische Politiker suchen Sistani, der sein Büro in Najaf kaum verlässt, häufig auf, um sich vor wichtigen politischen Entscheidungen seine Unterstützung zu sichern. (APA/red)

27.9.2007 14:04