Montag, 24. September 2007

Karzai will gemäßigte Taliban integrieren:
Sollen am Wiederaufbau teilnehmen können

  • Geberländer bekräftigen Engagement für Afghanistan
  • UNO-Beauftragter Koenigs für Friedensverhandlungen

Der afghanische Präsident Hamid Karzai will gemäßigte Taliban in den Versöhnungsprozess integrieren. Seine Regierung bemühe sich schon seit einiger Zeit, Kämpfern der radikal-islamischen Taliban, die nicht Mitglieder des Terrornetzwerks Al-Kaida seien, eine Alternative zur Teilnahme am Wiederaufbau zu geben, sagte Karzai nach einer Geberkonferenz von 24 Staaten in New York.

Es sei "außerordentlich wichtig", dass der Versöhnungs- und Wiederaufbauprozess weitergehe, sagte Karzai. Die Konferenzteilnehmer bekräftigten ihr Engagement für Afghanistan. Zu dem Treffen unter Leitung von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und Karzai waren Vertreter der Geberländer, der Nachbarstaaten Afghanistans und der Teilnehmer an der NATO-Schutztruppe ISAF nach New York gekommen.

Angesichts der wachsenden Gewalt in Afghanistan unterstrichen die Teilnehmerstaaten die Notwendigkeit nachhaltiger internationaler Anstrengungen, um dem Land im Kampf gegen Terror, Drogenhandel und Korruption zu helfen. Die Vereinten Nationen sollen dabei eine führende Rolle spielen.

Der UNO-Beauftragte Tom Koenigs hatte sich schon vor der Konferenz für Friedensverhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban ausgesprochen. Die Vereinten Nationen seien vorbereitet, dabei eine Vermittlerrolle einzunehmen, hatte der deutsche Diplomat am Freitag gesagt. Das Treffen in New York fand hinter verschlossenen Türen statt und dauerte etwa drei Stunden. Teilnehmer waren unter anderem US-Außenministerin Condoleezza Rice und deren Amtskollegen aus Frankreich, Japan, Italien, den Niederlanden, Norwegens, der Türkei und des Iran.

(apa/red)

24.9.2007 08:19