Sonntag, 30. September 2007

Grünen-Kritik an Heli-Reisen des Kanzlers:
Reise-Stil konträr zu Klimaretter-Image?

  • Zwei parlamentarische Anfragen zu Kanzler-Reisen

In zwei parlamentarischen Anfragen kritisieren die Grünen, dass Bundeskanzler Alfred Gusenbauer mitunter Hubschrauber als Transportmittel verwendet. Dies sei ein "wenig klimafreundlicher Reise-Stil, der mit der Stilisierung zum Klima-Retter wie jüngst in New York grob im Widerspruch steht", heißt es in einer der Anfragen.

So habe Gusenbauer "ausgerechnet" für die Rückreise von der Energietagung "Energy 2020" in Fuschl (Salzburg) den Hubschrauber gewählt - und unter Berufung auf Medienberichte werden noch vier weitere Hubschrauberflüge des Kanzlers im heurigen Sommer sowie einer im Wahlkampf 2006 aufgezählt.

Der Hubschrauber sei in der Klimaschutz-Perspektive aber ein "besonders nachteiliges Transportmittel", kritisieren die Grünen - und erkundigen sich genau danach, welche Flüge der Kanzler seit Amtsantritt "wann im einzelnen" und welche davon mit Bundesheer-Geräten absolviert habe und ob der Republik Kosten entstanden. Und da die "übliche Ausrede beim Missbrauch von Luftfahrzeugen des Bundesheeres als fliegende Dienstwagen 'Ausbildungsflüge'" laute, fragen die Grünen gleich vorbeugend: "Richten sich die Ausbildungspläne der Luftstreitkräfte nach dem Terminkalender des Bundeskanzlers?"

Der SPÖ sollte das Thema bekannt sein: Denn im Juni 2002 hat ihr Klubchef Josef Cap einen Flug des damaligen Kanzlers Wolfgang Schüssel (V) mit einem Heeres-Hubschrauber zu einem Treffen mit dem ungarischen Ex-Ministerpräsidenten Viktor Orban nach Köszeg (Ungarn) in einer parlamentarischen Anfrage aufs Tapet gebracht. Der damaligen Oppositionspartei ging es aber nicht um den Klimaschutz, sondern darum, dass Schüssel auf Staatskosten zu einer Parteiveranstaltung des wahlkämpfenden Orban geflogen sei. Schüssel verteidigte sich damit, dass es sich um "Pflege gut nachbarschaftlicher Beziehungen" gehandelt habe. (apa/red)

30.9.2007 11:37