Betrugsverdacht bei Wr. Linien-Mitarbeiter: Bereits vier Angestellte wurden suspendiert
- Vorgesetzte entdeckten "komische" Vorgehensweise
- Es gibt Verdacht auf betrügerische Manipulation
Ein möglicherweise betrügerisches Verhalten von Mitarbeitern der Wiener Linien beschäftigt derzeit die Polizei. Noch gibt es nur erste Verdächtigungen, vier Personen wurden festgenommen und suspendiert, bestätigten Unternehmenssprecher Johann Ehrengruber und die Exekutive.
Das Quartett war Vorgesetzten in der Zentralwerkstatt der Verkehrsbetriebe in Simmering durch "komische" Vorgehensweisen aufgefallen. "Es gibt einen begründeten Verdacht, dass einige Mitarbeiter im Bereich Ersatzteile betrügerische Manipulationen vorgenommen haben", erklärte Ehrengruber gegenüber der APA. Personen seien - zumindest kurzfristig - festgenommen worden, hieß es bei der Polizei. Ermittlungen sollen nun die Hintergründe und Verwicklungen klären und feststellen, was hinter dem Verdacht stecke. So wurde auch in der "Neuen Kronen Zeitung" berichtet.
Der Fall wurde nicht von Außenstehenden entdeckt, die Wiener Linien hätten selbst Anzeige erstattet, betonte Ehrengruber. "Wir sind die Geschädigten und haben natürlich Interesse, dass alles aufgeklärt wird." Wie groß die Verluste seien, könne derzeit noch nicht festgestellt werden. Ausmaß und auch die Zahl der Beteiligten seien Gegenstand von Untersuchungen. Die betroffenen Mitarbeiter, für die die Unschuldsvermutung gelte, würden bereits länger für die Wiener Linien arbeiten. Die verdächtigen Aktionen zogen sich ebenfalls über einen längeren Zeitraum.
Wie genau das betrügerische Handeln des Quartetts abgelaufen sein soll, wollte Ehrengruber nicht kommentieren. Gegenstände seien auf jeden Fall nicht einfach aus dem Lager entfernt und verkauft worden. "So plump war es nicht", betonte er.
Einen "Skandal" ortete Ehrengruber in dem möglichen Betrugsfall nicht. "Wir haben fast 8.000 Mitarbeiter, einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung", so der Sprecher. "Und wir alle wissen, dass nicht alle Menschen ganz ehrlich sind." In der Zentralwerkstatt in Simmering, in der nun ermittelt wird, arbeiten bis zu 1.000 Personen. (apa)
