Montag, 24. September 2007

Buchinger fordert "kritischeres Shoppen":
"Lohndumping muss geächtet werden"

  • Sozialminister: Produktherkunft immer hinterfragen
  • 'Zahlreiche Fair-Trade-Produkte als positives Beispiel'

Sozialminister Erwin Buchinger (S) fordert von Europas Konsumenten eine kritischere Haltung gegenüber der Herkunft von Produkten und den Produktionsbedingungen. "Die Konsumenten sollten ganz bewusst Druck auf die Großkonzerne machen, damit diese bei ihren Billigproduktionsstätten in den Schwellenländern soziale Mindeststandards einhalten", erklärte Buchinger in einer Presseaussendung.

Am vergangenen Wochenende protestierten in Bangladesch 25.000 Textilarbeiter gegen Niedriglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen in ihrem Land. Vor dem Hintergrund dieser Demonstrationen fordert Buchinger Europas Konsumenten dazu auf, sich ihrer "sozialen Verantwortung" bewusst zu werden. So schlägt er vor, dass "die Konsumenten bei den Konzernleitungen oder direkt beim Filialleiter im Geschäft nachfragen, unter welchen Bedingungen das T-Shirt um 2,90 Euro oder der schicke Markenturnschuh produziert wurde".

"Lohndumping muss weltweit genauso geächtet werden, wie es der Wohnzimmerschrank aus Tropenholz oder die Schatulle aus Elfenbein heute schon sind", fordert Buchinger in der Aussendung. Er betont, dass es für die Konzerne schlussendlich auch einen Marktvorteil bringen würde, bewusst auf die Einhaltung gerechter Löhne zu achten und soziale Verantwortung zu leben. Für den Minister sind die zahlreichen "Fair-Trade" Produkte ein positives Beispiel dafür. (apa/red)

24.9.2007 15:57