Mittwoch, 19. September 2007

Psychogramm: ,Er war böse und einsam‘

  • Reinhard Haller gibt nun Einblicke in die Seele des Briefbombers.

Exklusiv: Zehn Jahre nach seiner Verhaftung öffnet NEWS die ,Akte Franz Fuchs‘.

Als Franz Fuchs am Abend des 1. Oktober 1997 in seinen Mitsubishi Lancer stieg, hatte er schon längst mit seinem Leben abgeschlossen. Er wusste, dass er sich demnächst selbst „erledigen“ würde, der Suizid war bereits bis ins kleinste Detail durchgeplant, in mehreren Szenarien. Das gab dem 48-Jährigen ein „gutes Gefühl“, von Macht, von Sicherheit.
Und trotzdem kam jetzt Panik in ihm auf. Wieder einmal.

Er litt unter Wahnvorstellungen. Im Laufe des vergangenen Jahres hatten sich seine Verfolgungsideen massiv gesteigert, mittlerweile war Fuchs fest davon überzeugt, die Kripo würde ihn im Visier haben, ahnen, dass er verantwortlich sei für die größte Verbrechensserie der österreichischen Kriminalgeschichte. Vermuten, dass er der gesuchte „Briefbomben-Attentäter“ sei.

Monate schon wähnte sich Fuchs also beobachtet, von „Geheimagenten“. Im Spätsommer 1997 hatte der 48-Jährige schließlich sogar damit begonnen, alle angeblichen „Beschattungsvorkommnisse“ penibel zu dokumentieren. Personenbeschreibungen von „verdächtigen Nachbarn mit Polizei-Haarschnitten“ und von „als Supermarkt-Kassierinnen getarnten Fahnderinnen“ anzulegen und die Typen und Nummern aller Autos zu notieren, die, wie er glaubte, hinter ihm her waren.

Fantasien, die ihn quälten, die er für völlig real hielt. Und die ihn auch irgendwann „Vorkehrungen“ hatten treffen lassen, für den Fall eines „Zugriffs“: In seinem Wohnzimmer war in einem Blumentopf ein Höllengeschoß versteckt, dessen Zündung vermutlich die Hälfte seines Heimatorts Gralla dem Erdboden gleichgemacht hätte; in seiner Nachtkästchenlade lag ein winziger, hochexplosiver Sprengkörper, den er „im Notfall“ – sollte er von den Ermittlern im Schlaf überrascht werden – in den Mund stecken und mittels Zungenbewegung aktivieren wollte; und wann immer er aus seinem Haus ging, trug er eine (scharfe) Rohrbombe mit sich.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS

19.9.2007 15:32