Montag, 5. November 2007

Meteoriten-Einschlag in Peru setzte Gase frei: Menschen litten unter Kopfschmerzen

  • Behörden alarmierten: Toxische Gase freigesetzt
  • Augenzeuge: "Feuerball ist vom Himmel gefallen"

Nach dem Einschlag eines Meteoriten im Süden von Peru sind Mitte September rund 200 Bewohner des einsamen Gebiets in den Anden erkrankt. Der Leiter des Gesundheitsamtes in der Region Puno, Jorge Lopez, sagte, die Menschen klagten über Atembeschwerden, Übelkeit und Kopfschmerzen. Er machte toxische Gase aus dem Krater verantwortlich.

"Dies wurde von dem Gas verursacht, das sie nach dem Einschlag eingeatmet haben", sagte Lopez der AP. Augenzeugen berichteten nach Angaben lokaler Medien, sei ein Feuerball vom Himmel gestürzt. Die Behörden erklärten, es habe sich um einen Meteoriten gehandelt.

Er riss ein 20 Meter breites und fünf Meter tiefes Loch in die Erde. Die Einschlagstelle liegt auf einer Hochebene in den Anden nahe der Grenze zu Bolivien. Die Meteoritenexpertin Ursula Marvin vom Smithsonian Astrophysical Observatory im US-Bundesstaat Massachusetts äußerte die Vermutung, dass eine Staubwolke mit Partikeln der Erdoberfläche die Gesundheitsprobleme verursacht haben könnte.

Ein Forscher des Instituts, Hernando Tavera, sagte, Berichte von ähnlichen Fällen habe es im Süden des Landes bereits 2002 und 2004 gegeben. Doch niemals habe sich ein Meteoriteneinschlag bestätigt.

Ein Meteoriteneinschlag wie in Peru ist nach Expertenangaben äußerst selten und sehr gefährlich. Einschläge solcher kompletter Meteoriten kämen nur in Abständen von Jahrzehnten vor, sagte Michael Khan vom Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation (ESOC).

Da die Erde zu 70 Prozent aus Wasser besteht, bekomme man dies oft aber gar nicht mit. "Wenn der Meteorit, der jetzt in Peru einen 30 Meter großen Krater hinterlassen hat, aber in der Frankfurter Innenstadt eingeschlagen hätte, wären ein bis zwei Hochhäuser platt", sagte Khan. Größere Objekte von zehn Metern Größe kämen nur in Abständen von mehreren hundert Jahren zur Erdoberfläche durch.

5.11.2007 13:09