Montag, 24. September 2007

Österreichisches Schulsystem sehr teuer:
Dafür sind Leistungen aber nur Mittelmaß

  • Bürokratische und unübersichtliche Schulverwaltung
  • Einsparungspotenzial durch bessere System-Effizienz

"Im österreichischen Schulsystem sind im internationalen Vergleich die Ausgaben hoch und die Ergebnisse mittelmäßig." Das besagt eine Studie über die "Ökonomische Bewertung des österreichischen Schulwesens", sagte der Chef des Instituts für Höhere Studien, Felderer. Ausgabenerhöhungen seien derzeit ohne Reformen, die die Effizienz verbessern würden, "nicht zu empfehlen", so Felderer.

Als "wesentliches Grundproblem" ortet IHS-Chef Felderer die "extensiv bürokratische und sehr unübersichtliche" Schulverwaltung. Weitere Probleme seien ein hoher Anteil an Personalkosten. Alleine im Pflichtschulbereich sieht das IHS im Vergleich mit anderen westeuropäischen Ländern Einsparungsmöglichkeiten von zehn bis zwölf Prozent.

Kostentreibende Faktoren seien u.a. Klassenwiederholungen oder das "merkwürdige Zulagensystem für Lehrer". Dabei betonte Felderer, dass das Einsparungspotenzial nicht bedeuten würde, "dass Lehrer zu viel verdienen, sondern es Ausdruck der Ineffizienz des Systems ist".

Schmied sieht Regierungslinie bestätigt
Unterrichtsministerin Schmied sieht mit der Studie die Regierungslinie bestätigt, Doppel- und Mehrgleisigkeiten zu beseitigen. Es sei wichtig, dass die Ergebnisse der Studie in die politische Gestaltung mit einfließen, etwa bei den anstehenden Finanzausgleichsverhandlungen und den Beratungen der Verfassungs- und Verwaltungsreform-Gruppe.

"Faktum ist, dass wir an einem ganz entscheidenden Punkt in der Bildungspolitik angelangt sind. Es geht um die Chancen einer ganzen Generation, wenn wir jetzt nicht handeln, verlieren wir den Anschluss an internationale Entwicklungen. Es ist hoch an der Zeit, dass wir das österreichische Bildungssystem harmonisieren", sagte Schmied.

(apa/red)

24.9.2007 10:28